Kiel und Flensburg am Ende - das Schlimmste aber kommt noch

·Lesedauer: 2 Min.
Kiel und Flensburg am Ende - das Schlimmste aber kommt noch
Kiel und Flensburg am Ende - das Schlimmste aber kommt noch

Tiefe Enttäuschung im hohen Norden und ein trauriger Abend für den deutschen Vereinshandball:

Dass sowohl Titelverteidiger THW Kiel als auch Erzrivale SG Flensburg-Handewitt die Teilnahme am Final Four der Champions League verpassten, mussten die Bundesliga-Schwergewichte erst einmal verdauen.

Beiden Teams fehlten in der von extremem Terminstress geprägten Pandemie-Saison am Ende die entscheidenden Körner - und das vor dem mindestens genauso kräftezehrenden Endspurt in der HBL, in der beide Teams punktgleich weit vor allen anderen Mannschaften liegen. (SERVICE: Tabelle der HBL)

Ligatabellenführer Kiel verlor bei Paris St. Germain mit 28:34 (15:16), zwei Tore Vorsprung aus dem Viertelfinal-Hinspiel waren zu wenig.

Ein 33:29 (14:16)-Erfolg reichte Flensburg gegen Aalborg Handball nicht, zu schwer wog die Fünf-Tore-Niederlage in der vergangenen Woche in Dänemark. (NEWS: Alles zur Handball-CL)

Jicha und Wiencek beklagen Kräftemangel

"Trotz der Belastung haben wir das eigentlich ganz gut gemacht. Aber in der zweiten Halbzeit waren die Kräfte nicht mehr da", sagte THW-Trainer Filip Jicha nach der Partie in der französischen Hauptstadt, bei der nach einer Lockerung der Corona-Einschränkungen wieder 800 Fans zuschauen durften.

Und sie sahen ein Gäste-Team, dessen Spieler total erschöpft die Halle verließen. Der verletzte Patrick Wiencek, der sich im Hinspiel gegen PSG einen Wadenbeinbruch zugezogen hatte, wurde von den Kieler Nachrichten mit der Aussage zitiert, dass die Mannschaft "körperlich total am Limit" sei. Torwart Niklas Landin machte deutlich: "Das Ausscheiden ist wirklich hart."

Somit werden die Zebras den Titel in der Königsklasse am 12./13. Juni in Köln nicht verteidigen können, auch Flensburg muss auf den zweiten Triumph im Final Four in der Lanxess Arena weiterhin warten. Wie der THW hatte auch die SG in den entscheidenden Momenten keine Reserven mehr, spielerisch, aber auch personell. (SERVICE: Ergebnisse und Spielplan der Handball-CL)

Flensburg und Kiel kämpfen um Bundesliga-Titel

Schon und ganz besonders im Hinspiel war der Flensburger Kräfteverschleiß signifikant gewesen. "Wir haben die beste Gruppenphase in der SG-Geschichte gespielt und uns eine gute Ausgangsbasis verschafft, um dann so ein erstes Viertelfinale in Aalborg abzuliefern", sagte Nationalspieler Johannes Golla dazu. (SERVICE: Die Tabellen der Handball-CL)

DAZN gratis testen und Sport-Highlights live & auf Abruf erleben | ANZEIGE

Aber in der Liga geht die Hetzjagd unvermindert weiter. Noch jeweils zehn Partien stehen für Kiel und Flensburg bis zum Saisonfinale am 27. Juni auf dem Programm. Auch weil es vor einem Jahr mit Blick auf die Pandemie keine Absteiger gab und deshalb mit 20 statt der sonst üblichen 18 Klubs gespielt wird.

Immer wieder musste überdies der Terminplan wegen diverser Quarantäne-Aufenthalte umgebaut und gestreckt werden. Dennoch hat Bundesliga-Geschäftsführer Frank Bohmann seinen Glauben an die planmäßige Durchführung der Saison nicht verloren: "Wenn keine härteren Einschläge mehr kommen, schaffen wir das."

----

Mit Sport-Informations-Dienst