Toshiba-Chef entschuldigt sich bei Aktionären für Verkauf der Chip-Sparte

Mit einer tiefen Verbeugung vor den Aktionären hat sich der Chef des japanischen Elektronikkonzerns Toshiba für den Verkauf der lukrativen Chip-Sparte entschuldigt

Mit einer tiefen Verbeugung vor den Aktionären hat sich der Chef des japanischen Elektronikkonzerns Toshiba für den Verkauf der lukrativen Chip-Sparte entschuldigt. "Es tut uns aufrichtig Leid, dass wir Probleme und Sorgen bereitet haben", sagte Satoshi Tsunakawa am Dienstag vor rund 600 Anteilseignern. Das Geschäft mit Speicherchips soll für umgerechnet rund 15 Milliarden Euro an ein Konsortium um den US-Finanzinvestor Bain Capital verkauft werden.

Die Hauptversammlung stimmte dem Verkauf unter ärgerlichen Zwischenrufen zu. Mit den Milliarden will sich das Unternehmen wieder finanziellen Spielraum verschaffen. Im April hatte der Traditionskonzern wegen massiver Abschreibungen auf die insolvente US-Atomtochter Westinghouse ein Milliardenminus verkünden müssen. Toshiba leidet zudem weiterhin unter den Folgen eines Bilanzskandals, der im Sommer 2015 bekannt geworden war.

Am Montag hatte Toshiba mitgeteilt, auch das laufende Geschäftsjahr bis Ende März werde in den roten Zahlen enden, weil sich der Verkauf der Chip-Sparte verzögert. Tsunakawa versicherte am Dienstag, Toshiba werde den Verkauf bis März 2018 abschließen. Er versprach zudem ein "ehrliches Management und eine Verbesserung der Unternehmensführung".

Toshiba ist hinter Samsung die weltweite Nummer zwei beim Geschäft mit Speicherchips, die unter anderem in vielen Smartphones zum Einsatz kommen. Dem Käuferkonsortium mit dem Namen Pangea gehören auch die US-Technologiekonzerne Apple und Dell sowie der südkoreanische Chip-Hersteller SK Hynix an.