Die Tops und Flops im MDax 2017

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Für den MDax geht das Jahr 2017 mit einem Plus von 18,1 Prozent zu Ende. Es ist bereits das sechste Gewinnjahr in Folge für den Index der mittelgroßen Werte. Die Bestmarke schraubte das Börsenbarometer dabei auf 27 154 Zähler nach oben.

Ängste vor einer Abschottungspolitik der USA unter Präsident Donald Trump, der wiedererstarkte Eurokurs und die aufgeflammte Nordkorea-Krise brachten den Aktienmarkt nur vorübergehend aus dem Tritt. Die fortgesetzte Wirtschaftserholung Europas, die weiterhin lockere Geldpolitik der großen Notenbanken und die kurz vor Jahresende doch noch durchgebrachte US-Steuerreform hielten die Börsen auf Kurs. Die größten Gewinner und Verlierer des Jahres 2018 im MDax in der Übersicht:

1. Uniper +98,3% - Die Aussicht auf hohe Ausschüttungen des Kraftwerksbetreibers lockte die Anleger 2017 an. Investoren setzten zudem auf die Übernahme durch den finnischen Versorger Fortum . Der hat sich bereits mit dem Uniper-Großaktionär Eon im Grundsatz auf einen Kauf von dessen 47 Prozent-Anteil geeinigt. Dass sich auch der aktivistische Investor Paul Singer mit seinem Hedgefonds Elliott in den Übernahmekampf einmischte, lieferte zusätzlichen Rückenwind.

2. Leoni +84,3% - Der Kabel- und Bordnetzspezialist ist dank des Booms der europäischen Autoindustrie gut unterwegs. Angesichts gut laufender Geschäfte wurde das Unternehmen im Jahresverlauf immer optimistischer und hob die Gewinnprognosen an.

3. Stada +79,4% - Ein Übernahmekampf trieb die Aktien des Arzneimittelherstellers an. Letztlich machten die Finanzinvestoren Bain und Cinven das Rennen. Sie versuchen nun die restlichen Aktionäre mit einer neuen Offerte für den geplanten Vertrag zur Beherrschung und Gewinnabführung zu gewinnen. Die gebotenen 74,40 Euro liegen zwar klar unter dem aktuellen Aktienkurs von 88 Euro - an der Börse wird aber spekuliert, dass die Finanzinvestoren noch einmal nachbessern.

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48. Deutsche Euroshop -12,2% - Die Papiere des auf Einkaufszentren spezialisierten Immobilieninvestors erholten sich zwar seit Ende Oktober ein Stück weit, zählen aber dennoch zu den größten MDax-Verlierern 2017. Anleger sorgten sich vor allem über die weiter wachsende Bedeutung des Online-Handels und über mögliche negative Folgen für den stationären Einzelhandel.

49. Südzucker -20,3% - Die Aktien des Zuckerkonzerns litten 2017 unter der Unsicherheit wegen der Liberalisierung des europäischen Zuckermarktes. Die Zuckerpreise gaben in der ersten Jahreshälfte deutlich nach. Immerhin stabilisierten sie sich anschließend auf niedrigerem Niveau. Die Südzucker-Aktie startete denn auch gegen Jahresende immerhin einen Erholungsversuch.

50. Steinhoff -93,5% - Der Handelskonzern mit deutschen Wurzeln, niederländischer Rechtsform und operativem Sitz in Südafrika ist in eine schwere Krise gerutscht wegen Bilanzunregelmäßigkeiten. Dabei geht es um die "Richtigkeit und Werthaltigkeit" bestimmter Vermögenswerte im Europa-Geschäft. Die Steinhoff-Aktie hat seit dem Bekanntwerden des Skandals einen Großteil ihres Werts verloren und wird nur zu Cent-Beträgen gehandelt. Der neue Konzernchef Danie van der Merwe ringt mit Geldgebern um Kreditlinien.