Tops und Flops zur Halbzeit der Olympischen Winterspiele

Tops und Flops zur Halbzeit der Olympischen Winterspiele

TOPS


TEAM DEUTSCHLAND: Bärenstark zeigt sich das "Team D" in Pyeongchang. Die Goldparty im deutschen Haus läuft in Dauerschleife. Mit neun Goldmedaillen ist die Bilanz von Sotschi (8) schon übertroffen.


ORGANISATION: Wer den Bus verpasst, braucht sich nicht lange zu ärgern. Drei Minuten später steht das nächste Shuttle bereit. Die Taktung für Athleten und Journalisten ist großartig, auch Unterkünfte und Verpflegung bereiten keine Probleme.


POLITISCHE EISSCHMELZE: Auch wenn es von den Olympia-Machern PR-technisch ausgeschlachtet wird: Die Annäherung von Nord- und Südkorea ist ein Segen. Noch vor wenigen Wochen waren militärische Provokationen aus dem Norden zu befürchten. Nun spielen beide Länder vereint in einem Frauen-Eishockeyteam. Sie haben auch inzwischen mal ins gegnerische Tor getroffen.


ERÖFFNUNGSFEIER: Trotz bitterer Kälte eine tolle Show mit Bildern, die unter die Haut gingen. Passend, dass zwei Eishockeyspielerinnen aus Nord- und Südkorea die Fackel trugen. Donald Trump und Kim Yong Un waren auch da - wenn auch nur als Doubles. Und natürlich Tongas Flaggenträger Pita Taufatofua mit nacktem Oberkörper - bei zweistelligen Minusgraden.


SHORTTRACK: Der Olympia-Hotspot für die Gastgeber. Anders als bei den Ski-Wettbewerben ist die Stimmung bestens, die Koreaner flippen aus, wenn ihre Helmträger übers Eis flitzen. Da darf ruhig gerangelt werden. Als Lim Hyojun über 1500 m das erste Gold für Südkorea holte, brachen alle Dämme.


FLOPS


STIMMUNG: Kaum Besucher bei den Ski-Wettbewerben, und auch auf den Straßen und Plätzen in Pyeongchang herrscht tote Hose. Keine Schweizer Kuhglocken, aber auch keine koreanische Folklore. Die 23. Winterspiele haben kein Flair und berühren nur selten die Herzen der Fans, auch wenn die TV-Bilder nahezu perfekt inszeniert sind.


KÄLTE: Minusgrade im zweistelligen Bereich verlangten Athleten und Zuschauern in den ersten Tagen alles ab. Viele koreanische Familien blieben lieber zu Hause. Der scharfe Wind hat den Skiwettbewerben reichlich Absagen beschert und das Verletzungsrisiko erhöht.


FELIX LOCH: Ein Fehler, da waren zwei Goldmedaillen futsch. Der deutsche Super-Rodler lag auf Siegkurs, er hatte sein drittes Einzelgold in Folge dicht vor Augen. Doch dann warf ihn die berüchtigte Kurve neun aus der Bahn. Ein nie für möglich gehaltener Patzer, der ihn auch das sichere Gold in der Teamstaffel kostete. Schade, aber kein Vorwurf: So etwas kann passieren. 


OAR: Die Olympischen Athleten aus Russland sind sportlich nur noch ein C-Team ohne Gold bisher. In Sotschi dominierte Russland noch die Szene, wohl aber nur dank des Dopings, wie man jetzt sieht. Insofern ist der Auftritt der OAR auch eine wohltuende Korrektur des Sotschi-Schwindels.


IOC: Wie schon in Rio herrschte bis kurz vor den Olympischen Spielen Chaos. Niemand wusste, wie viele Russen würden starten dürfen. Das hätten die Olympia-Veranstalter früher regeln müssen. Auch die Selbst-Inszenierung bei der Korea-Vereinigung und das Getöse um den Friedensnobelpreis zeigen viel vom wahren Selbstverständnis des Ringeordens.