Die Tops und Flops im EuroStoxx 50 für 2017

dpa-AFX

PARIS (dpa-AFX) - Für den EuroStoxx 50 geht mit einem Plus von rund 6,5 Prozent ein weiteres gutes Börsenjahr zu Ende. 2017 ist bereits das sechste Gewinnjahr in Folge und das größte Jahresplus seit 2013. Ängste vor einer Abschottungspolitik der USA unter Präsident Donald Trump, der wiedererstarkte Eurokurs, die aufgeflammte Nordkorea-Krise und Verzögerungen bei der Umsetzung der vollmundigen Steuersenkungsversprechen Trumps brachten den Aktienmarkt nur vorübergehend aus dem Tritt.

Vor allem die fortgesetzte wirtschaftliche Erholung in Europa, die weiterhin lockere Geldpolitik der großen Notenbanken und die kurz vor Jahresende doch noch durchgebrachte US-Steuerreform hielten die Börsen auf Kurs. Die größten Gewinner und Verlierer des Jahres 2017 im EuroStoxx 50 in der Übersicht:

1. ASML +36,1% - Der Hersteller von Anlagen und Maschinen für die Chipindustrie profitierte vom Halbleiterboom. Chiphersteller machen dank der zunehmenden Digitalisierung und Vernetzung glänzende Geschäfte mit der Industrie und mit Autobauern. Um die Nachfrage zu bedienen, brauchen diese neue Produktionsanlagen. Das kommt ASML zu Gute.

2. LVMH +35,3% - Läuft die Weltwirtschaft rund, haben die Menschen auch mehr Geld für Luxus übrig. Das gibt dem französischen Luxusgüterkonzern Rückenwind. Brummende Geschäfte mit Mode und Parfüm treiben die Gewinnentwicklung an. Das freut auch die Anleger, die bei den Aktien des Herstellers von Tag-Heuer-Uhren und Veuve-Clicquot-Champagner zugriffen. 3. Eon +35,2% - Der Versorger profitierte ebenso wie Branchenkollege RWE von der Rückzahlung der unrechtmäßig erhobenen Brennelementesteuer. Zudem will Eon einen höheren Anteil des Gewinns an die Aktionäre ausschütten. Das langfristige Bild ist indes noch trüb, nachdem die Aktien lange unter den Folgen der Energiewende litten.

[...]

48. ENI -10,8% - Der Ölpreis-Verfall in der ersten Jahreshälfte machte den Aktien des Ölkonzerns zu schaffen. Die Kurserholung im zweiten Halbjahr reichte nicht aus, das Minus wett zu machen.

49. Fresenius -12,4% - Bei dem Medizinkonzern blicken die Anleger mit Sorge auf die Aussichten für die Infusionssparte Kabi und für das Klinikgeschäft Helios. Zuletzt weckte die verhaltene Entwicklung des übernommenen US-Generikaherstellers Akorn Zweifel am Sinn des Zukaufs.

50. Nokia -15,1% - Der Netzwerkausrüster kämpfte mit steigenden Kosten und einem schwierigen Marktumfeld. Die Finnen mussten mehr als gedacht in ihre Netzwerke investieren. Auch der Konzernumbau kostet Geld. Sorgen bereitete zuletzt zudem die Konkurrenz in China.