Top-Spiele in Kiel und Kempten

Terrell Robinson (mitte) von den Berlin Rebels im Einsatz

Kiel und Kempten im Allgäu - das nördlichste und das südlichste der GFL-Stadien stehen am kommenden Wochenende im Blickpunkt. Zu Gast sind jeweils die aktuellen "Tabellenführer" aus GFL Nord und Süd, doch was heißt das schon, nach je einem gewonnenen Spiel bisher. Die Berlin Rebels werden beim letztjährigen Nord-Zweiten Kiel Baltic Hurricanes das erste Mal in dieser Saison wirklich auf die Probe gestellt. Und Meister Schwäbisch Hall Unicorns steht bei den Allgäu Comets vor einer Aufgabe mit vielen Unbekannten.

Für die Kemptener ist es nicht nur das erste Spiel der Saison, es ist auch der Beginn einer neuen Ära. Neun Jahre unter Cheftrainer Brian Caler, der die Comets aus der dritten Liga zurück ins Oberhaus und dort auch in die PlayOffs geführt hatte, sind zuende, Caler ist nun Head Coach in Frankfurt. Die Allgäuer holten dafür mit Stan Bedwell einen 33-jährigen US-Amerikaner, der seit zwölf Jahren in Europa spielt und coacht.

In der Winterpause nutzte er seine Verbindungen: Neue Assistenztrainer aus ganz Europa kamen und auch viele neue Spieler. Zum Beispiel Quarterback Justin Sottilare, die letzten Jahre wie Coach Bedwell in der finnischen Liga aktiv.

Kempten gibt Rätselraten auf

Die umgebaute Mannschaft wurde von Bedwell während der Vorbereitung vor den Augen der Konkurrenz abgeschottet, auch Testspiele sparten sich die Kemptener. Was nun für Rätselraten in Schwäbisch Hall sorgt. Dabei hätten die Unicorns mit Christian Hafels, letztes Jahr für die Comets Top-Receiver der GFL Süd, ja eigentlich einen langjährigen Kenner der Allgäuer Mannschaft neu an Bord - üblicherweise ein nicht zu unterschätzender Vorteil im American Football. Doch weder Hafels noch sein Coach Jordan Neuman wissen, wie viel von den Caler-Comets noch in den Bedwell-Comets steckt.

"Für uns sind die Comets im Moment noch eine Wundertüte", sagt Neuman. "Mit welchem System sie aufwarten, wie sie ihre Neuzugänge einsetzen und wo diese ihre Stärken haben, wissen wir nicht. Es gab eben bislang keine Gelegenheit, sie zu beobachten." Neben vielen neuen Spielern sollen die Allgäuer in der Vorbereitung sowohl im Angriff als auch in der Verteidigung ihr Spielsystem grundlegend umgestaltet haben.

Egal, ob dies von Beginn an Früchte trägt oder nicht: Die Unicorns dürfen sich auf ihre eigenen Stärken verlassen. Der Meister fegte zum Auftakt München mit 48:7 zum Platz und gab dabei nur in der ersten Halbzeit (41:0) Gas. Mit Nationalmannschafts-Quarterback Marco Ehrenfried und dem Receiver-Trio aus Tyler Rutenbeck, Nathaniel Robitaille und nun auch Christian Hafels bietet man einen Passangriff auf, der kaum zu bändigen ist.

Kiel trifft auf Berlin

Mehr auf den Laufangriff setzen die Berlin Rebels, die sich vorgenommen haben, ihren Anspruch auf einen der beiden vorderen Plätze im Norden in dieser Saison zu untermauern. Mit Running Back Sean Richard aus Holland und dem läuferisch starken Quarterback Terrell Robinson dominierte man im Auftaktspiel der Saison Hamburg, während die Kieler im GFL Season Opener in Köln unerwartet unter die Räder kamen.

Auch sie bezwangen anschließend jedoch die Hamburger, und vor allem im Angriff lief es da schon besser - wenn vielleicht auch noch nicht ganz so rund wie bei den Hauptstadt-Rebellen.

Vergleiche über Dritte zählen gerade im American Football aber wenig, und Kiel wird sich zur Heimpremiere sicher besonders ins Zeug legen. Im anderen Spitzenspiel der Nord-Gruppe spielt ein Vergleich über Dritte erst gar keine Rolle: Die Dresden Monarchs erwarten die Potsdam Royals eine Woche nach ihrem 45:35-Sieg im Brandenburgischen gleich zum Rückspiel. Können die Potsdamer diese Woche einen ähnlichen Blitzstart der Monarchs wie im Heimspiel verhindern, haben sie in Dresden allemal Chancen auf eine Überraschung.

SPORT1 baut GFL-Kooperation aus

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