Top-Sonderstory: Kommt Adler Modemärkte bald wieder in Mode?

Michael Schröder
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Top-Sonderstory: Kommt Adler Modemärkte bald wieder in Mode?

Adler Modemärkte ist eine Sonderstory, die 2018 das Zeug zu einem echten Kassenschlager hat. Im Vorjahr musste die Gesellschaft zweimal ihre Prognosen nach unten revidieren, ließ die Dividende ausfallen und musste zudem die Insolvenz des Großaktionärs Steilmann verkraften. Warum sollte man jetzt auf die Aktie der größten Textileinzelhandelskette in Deutschland setzen?

Das Produktportfolio besteht hauptsächlich aus Eigenmarken, die meist selbst entworfen und von externen Herstellern produziert werden. Die Gesellschaft ist dabei spezialisiert auf den Kundenkreis jenseits der 50 Jahre. Damit profitiert man vom demografischen Trend und bedient eine Käuferschicht, die als kaufkräftig und vor allem treu gilt. Über die seit 30 Jahren etablierte Kundenkarte werden Stammkunden direkt angesprochen und rund 90 Prozent der Umsätze abgewickelt.

Doch neue Adler-Vorstand Thomas Freude hat die Zeichen der Zeit erkannt und baut derzeit den Onlinehandel gezielt aus. Mit der nachrückenden Kundengeneration der unter 50-Jährigen, die als deutlich internetaffiner gilt, dürfte der Umsatzanteil in Zukunft auch überproportional anwachsen.

Ansonsten liegt der Fokus der Führungsriege klar auf den operativen Verbesserungsmöglichkeiten. Dazu zählen alle üblichen Einsparungen im Personalbereich, effizientere Strukturen im Einkaufs- und Marketingbereich, aber auch ein modernes Warenwirtschaftssystem sowie der mögliche Wechsel des Logistikpartners.

Erste Erfolge sind schon jetzt sichtbar. Die Umsatzerlöse lagen nach neun Monaten mit 374 Millionen Euro auf Vorjahresniveau. Dank der operativen Ertragssteigerungsmaßnahmen ist auch ohne Sondereffekte durch Immobilientransaktionen in Österreich schon vor dem wichtigen Schlussquartal beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) mit 0,4 Millionen Euro (Vorjahr: minus 7,7 Millionen Euro) der Sprung in die schwarzen Zahlen gelungen. Trotz eines schwierigen Branchenumfelds erwartet der Vorstand im Gesamtjahr 2017 beim operativen EBITDA gegenüber 2016 eine Verbesserung von 23,3 Millionen auf 27 Millionen bis 30 Millionen Euro. Besonders erfreulich: Den Free Cash Flow konnte Adler Modemärkte in den ersten drei Quartalen 2017 deutlich auf 6,4 Millionen Euro steigern (Vorjahr: minus 20,2 Millionen Euro).

Mit der Vorlage der Zahlen für das abgelaufen Jahr 2017 will der Vorstand im März seine mittelfristige Strategie vorstellen geben. Hält der operative Trend an, könnte der Buchwert der Aktie im kommenden Jahr in Richtung sechs Euro steigen und der Gewinn je Aktie auf 0,40 Euro (Vorjahr: 0,35 Euro) klettern. Mit einem 2018er-KBV von 1,1 und einem KGV von 16 ist die Aktie günstig bewertet. Abgerundet wird das Bild durch die Wiederaufnahme einer Dividendenzahlung und eine interessante Aktionärsstruktur.

Zuletzt hat das Handelsvolumen in der Aktie spürbar zugenommen und auch der Kurs ist leicht angestiegen. Komme die Pläne vom Adler-Vorstand bei den Investoren gut an, dürfte das aber erst der Anfang einer neuen Aufwärtsbewegung gewesen sein. Anleger mit Weitblick setzen daher schon jetzt einen Fuß in die Tür.

Hinweis nach §34 WPHG zur Begründung möglicher Interessenkonflikte: Aktien oder Derivate, die in diesem Artikel besprochen / genannt werden, befinden sich im "Real-Depot" von DER AKTIONÄR.