Top 10 beste LMP1-Rennen - P6: 12h Sebring 2009 (ALMS)

Gary Watkins
·Lesedauer: 2 Min.

Jahrzehntelang war sie die unangefochtene Topklasse im Sportwagensport: Die Le Mans Prototype 1. Zwischen 1994 und 2020 lieferte sie - teils unter anderen Bezeichnungen wie WSC, LMP900 oder einfach nur LMP - eine selten gesehene Antriebsvielfalt mit Benzinern und Dieseln mit und ohne Hybrid. Und sie lieferte spektakulären Sport. Grund genug, auf die besten Rennen zurückzuschauen.

Es war ein klassischer Fall von Audi vs. Peugeot, was in dieser Liste noch mehrere Male auftauchen wird. Die 12 Stunden von Sebring 2009 sahen das Debüt des Audi R15 TDI, der jedoch gegen den weiterentwickelten Peugeot 908 HDI FAP ziemlich alt aussah. Doch wie so oft gelang es dem Joest-Team, die Franzosen auszutricksen.

Bei Tageslicht schienen die Fronten schnell geklärt zu sein: Der Peugeot war das schnellere Auto und ging schonender mit den Reifen um. Auf den Michelins waren bei den Franzosen Doppelstints drin, während Audi bei jedem Stopp wechseln musste.

Doch als die Streckentemperatur gemeinsam mit der Sonne sank, war Audi zurück im Spiel. Der beste Audi R15 TDI, gefahren von Allan McNish, Tom Kristensen und Rinaldo "Dindo" Capello, bekam die weiche Mischung. Damit konnten sie langsam das Blatt im Kampf gegen den Peugeot von Sebastien Bourdais, Franck Montagny und Stephane Sarrazin wenden, wenn auch langsam.

Ein Schlussspurt für die Ewigkeit

"Ich ging in meinen letzten Stint und 'H' [Renningenieur Howden Haynes] sagte mir im Funk: 'Allan, Bourdais hat gerade eine 43.5 gefahren.' Bis dahin war meine beste Runde eine 45.2 oder so", erinnert sich McNish im Interview mit 'Motorsport.com'.

"Das Team hat mit den Reifendrücken und [den Einstellungen] der Traktionskontrolle gespielt, um das Beste aus dem zu holen, was wir hatten. Plötzlich hatte ich das am besten ausbalancierte Auto meiner ganzen Karriere."

Als Bourdais seinen letzten Stopp einlegte, übernahm McNish die Führung. 36 Sekunden Vorsprung wären für den letzten Splash aber nicht genug Polster gewesen. Und so zauberte er eine Reihe schnellster Runden hin, die schneller waren als die Polezeit. Das brachte ihm einen ausreichenden Vorsprung ein, um das Rennen zu gewinnen.

Neun Monate nach dem sensationellen Sieg bei den 24 Stunden von Le Mans 2008 und fünf Monate nach dem Coup beim Petit Le Mans 2008 hatte Audi Peugeot wieder eins ausgewischt.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.