Top 10 beste LMP1-Rennen - P4: 12h Sebring 2005 (ALMS)

Gary Watkins
·Lesedauer: 2 Min.

Jahrzehntelang war sie die unangefochtene Topklasse im Sportwagensport: Die Le Mans Prototype 1. Zwischen 1994 und 2020 lieferte sie - teils unter anderen Bezeichnungen wie WSC, LMP900 oder einfach nur LMP - eine selten gesehene Antriebsvielfalt mit Benzinern und Dieseln mit und ohne Hybrid. Und sie lieferte spektakulären Sport. Grund genug, auf die besten Rennen zurückzuschauen.

Die Zuschauer der 12 Stunden von Sebring 2005 bekamen einen Zweikampf der Extraklasse zwischen den besten beiden Sportwagen-Fahrern ihrer Generation mit gleichen Waffen zu sehen: Tom Kristensen und Allan McNish bekämpften sich in ihren beiden Champion-Audis in einem Rennen, das bis zum Schluss völlig offen war.

Kristensen, J.J. Lehto und Marco Werner holten sich letztlich den Sieg beim ALMS-Saisonauftakt 2005 dank eines Coups ihrer Chefstrategen - Renningenieur Brad Kettler und Champion-Teammanager Mike Peters - bei der vorletzten Runde Boxenstopps.

Kristensen lief Gefahr, seine Führung an McNish zu verlieren, der sich seinen R8 mit Frank Biela und Emanuele Pirro teilte. Denn er würde neue Reifen brauchen, McNish hingegen nicht. Die Crew der #1 entschied sich daher zum "Short-fueling", also den Tank nicht gänzlich vollzutanken.

Tom Kristensen besiegte Allan McNish durch eine taktische Meisterleistung des Teams

Tom Kristensen besiegte Allan McNish durch eine taktische Meisterleistung des Teams<span class="copyright">Motorsport Images</span>
Tom Kristensen besiegte Allan McNish durch eine taktische Meisterleistung des TeamsMotorsport Images

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McNish verlor zusätzlich Zeit durch einen unaufmerksamen Kameramann, der die Abfahrt der #2 leicht verzögerte. Diese beiden Faktoren ermöglichten es Kristensen, knapp vorn zu bleiben.

Der Däne gab auf frischen, aber eiskalten Reifen (Reifenwärmer waren nicht erlaubt) alles. McNish kam bis zum Ende der Outlap dicht an Kristensen heran, konnte ihn aber nicht überholen. Auf frischen Michelins gelang es Kristensen, sich in der Folge weit genug abzusetzen, um den nötigen Vorsprung für den längeren letzten Boxenstopp herauszufahren. Im Ziel hatte die #1 sechs Sekunden Vorsprung.

McNish ist sich sicher, dass die Ereignisse beim vorletzten Boxenstopp das Rennen entschieden haben. "Wäre ich vorne geblieben, hätte ich seinen Vorteil der frischen Reifen vernichten können", sagt er gegenüber 'Motorsport.com'. "Das 'Short-Fueling' brachte die Entscheidung. Ich bin mir zu 99,9 Prozent sicher, dass ich ihn ohne das gebogen hätte."

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Mit Bildmaterial von Motorsport Images.