Top 10 beste LMP1-Rennen - P2: Petit Le Mans 2008 (ALMS)

Gary Watkins
·Lesedauer: 3 Min.

Jahrzehntelang war sie die unangefochtene Topklasse im Sportwagensport: Die Le Mans Prototype 1. Zwischen 1994 und 2020 lieferte sie - teils unter anderen Bezeichnungen wie WSC, LMP900 oder einfach nur LMP - eine selten gesehene Antriebsvielfalt mit Benzinern und Dieseln mit und ohne Hybrid. Und sie lieferte spektakulären Sport. Grund genug, auf die besten Rennen zurückzuschauen.

Allan McNish weiß heute noch immer nicht, ob er beim Gedanken an das vorletzte Rennen der amerikanischen Le-Mans-Serie 2008 lachen oder weinen soll. Nicht nur war das Rennen auf der Road Atlanta 2008 der vorletzte Auftritt des Champion-Teams und das vorletzte Rennen von Audi als ALMS-Stammstarter.

Denn beim 1.000-Meilen-Rennen auf der Road Atlanta lieferte der Schotte gleichzeitig eine seiner brillantesten Leistungen als auch einen der schwerwiegendsten Fehler seiner Karriere ab.

Das Ergebnis liest sich nüchtern: McNish gewann auf dem Werks-Audi R10 TDI gemeinsam mit Emanuele Pirro und Rinaldo "Dindo" Capello. Warum es das Rennen so weit oben auf die Liste geschafft hat, ist die Tatsache, dass McNish das Auto auf dem Weg in die Startaufstellung in die Mauer gestopft hatte!

"Heute kann ich darüber lachen, aber beim Gedanken daran zucke ich noch immer zusammen", sagt McNish gegenüber 'Motorsport.com'. "Es war ein äußerst peinlicher Fehler, aber am Ende ging es darum, in der Schlussphase bei Dunkelheit da zu sein."

Die Mechaniker des Champion-Teams machten dem Teamnamen nochmals alle Ehre. Die Crews beider Fahrzeuge machten sich über den beschädigten R10 TDI her. So gingen nur zwei Runden verloren - kein Problem im US-amerikanischen Motorsport mit seinen vielen Gelbphasen.

Erneuter Verlust der Führungsrunde

So kam es auch, dass der R10 TDI #1 schon nach zwei Stunden und 20 Minuten wieder in der Führungsrunde auftauchte. Das war aber nur das erste Comeback des späteren Siegers der elften Ausgabe dieses Rennens.

Denn eine Reihe von Problemen um die Rennhälfte herum warfen den Diesel erneut eine Runde zurück. Erst gab es ein Problem mit der Sitzschale von Capello, dann sorgte ein Reifenproblem für einen zusätzlichen Stopp und letztlich mussten zusätzliche Kühlöffnungen freigelegt werden, weil es Überhitzungsprobleme gab.

Auch sah es nicht so aus, als hätte der mittlerweile betagte Audi R10 TDI (er hatte danach nur noch das Laguna-Seca-Finale vor sich) die Pace des Peugeot 908 HDI FAP von Nicolas Minassian, Stephane Sarrazin und Christian Klien. Trotzdem brachte Champion den Audi wieder in die Führungsrunde, indem man in einer Gelbphase zweimal stoppte - einmal für Sprit und einmal für neue Reifen.

McNish erhielt für den Schlussspurt über 36 Runden weiche Reifen, die alles auf den Kopf stellen sollten: Der Schotte schnappte sich erst einen Penske-LMP2-Porsche (die in der ALMS damals siegfähig waren), dann das eigene Schwesterfahrzeug und holte letztlich den Peugeot von Klien ein.

Ein aggressives Manöver in Kurve 6 spülte den Audi an die Spitze. Er musste kurzer Zeit später noch einmal heftig vor der Schikane verteidigen, weil der Peugeot mehr Topspeed hatte. Danach konnte er sich den nötigen Vorsprung verschaffen, um nicht mehr angegriffen zu werden.

Als alles schon entschieden schien, gab es dann die elfte Gelbphase des Rennens. McNish musste also erneut verteidigen. Bis zur Zielflagge wurde er attackiert, blieb aber bis zum Ende vorne.

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Mit Bildmaterial von Motorsport Images.