Tony Blair: „Der Brexit ist eine massive Ablenkung“

Tony Blair

Das ist ein Gastbeitrag des ehemaligen britischen Premierministers Tony Blair. Die Meinungen und Schlussfolgerungen, die hier gezogen wurden, sind allein die des Autors.

Tony Blair

Es war in jeglicher Hinsicht eine außergewöhnliche Wahl, einzigartig in der jüngeren britischen Geschichte und mit weitreichenden politischen Folgen. Großbritannien ist tief gespalten: zwischen Jung und Alt, Stadt und Land, besser und schlechter Gestellten.

Das Land leidet aber auch unter seiner Politik. Vor einem Jahr waren wir die am schnellsten wachsende Wirtschaft unter den G7. Jetzt sind wir das Schlusslicht. Die internationalen Investoren drehen uns den Rücken zu. Die Sparquote ist so niedrig wie zuletzt vor 50 Jahren. Die Einkommen stagnieren. Der Ruf Großbritanniens sinkt rapide. Täglich gibt es neue, beunruhigende Nachrichten zum Brexit. Die Tragödie am Grenfell Tower zeigt vielen, dass es um die gesellschaftliche Einheit schlecht bestellt ist.

„Es gibt mehr Anhängerschaft als Anführerschaft“

Ein Hauch von Anarchie — bestärkt durch den Eindruck einer schwachen, vor sich dahintreibenden Regierung —umweht unsere Politik. Es gibt mehr Anhängerschaft als Anführerschaft.

Wir fühlen uns wie ein Land an, das seinen Halt verloren hat und dahin strauchelt, aber scheinbar keine andere Wahl hat, als weiter zu taumeln. In dieser Hinsicht hat sich durch die Wahl alles und zugleich nichts geändert.

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