Tongas Rio-Star Taufatofua in Pyeonchangs Loipen: "Wie bremse ich eigentlich?"

Tongas Rio-Star Taufatofua in Pyeonchangs Loipen: "Wie bremse ich eigentlich?"

Aus dem Südpazifik über Rio und Pfullendorf nach Pyeongchang: Pita Taufatofua steht nach seinem spektakulären Auftritt von 2016 als Tongas eingeölter Fahnenträger in Rio vor seinem zweiten Olympia-Abenteuer. Für den Start bei den Winterspielen schulte der Taekwondo-Kämpfer zum Langläufer um - und schaffte rund ein Jahr nach seinen ersten Fahrversuchen auf Skiern im oberschwäbischen Pfullendorf tatsächlich die Qualifikation für das 15-km-Rennen in Südkorea.
Bei der Eröffnungsfeier am Freitag im bitterkalten Pyeongchang will Taufatofua aber diesmal auf einen Auftritt "oben ohne" verzichten: "Ich werde sehr, sehr dicke Kleidung tragen. Ich will bei meinem Rennen schließlich noch lebendig sein", sagte der 34-Jährige im SID-Interview.
An die ersten Erfahrungen mit seinen ungewohnten Arbeitsgeräten unter Anleitung seines deutschen Trainers Thomas Jacob erinnert sich Taufatofua noch gut. "Hält der Helm Kokosnüsse aus?", wollte Taufatofua seinerzeit als erstes mit einem Augenzwinkern wissen, "Kann ich mit den Stöcken auch Tiere jagen?" und schließlich: "Wie bremse ich eigentlich?"
Schon kurze Zeit später nahm Taufatofua für sein Heimatland aus dem Südpazifik an der nordischen Ski-WM in Lahti teil und landete im Sprint auf Rang 153 - immerhin vor drei noch schwächeren Konkurrenten. Die letzten Punkte für das Olympia-Ticket sammelte der hauptberufliche Sozialarbeiter im vorigen Monat im isländischen Isafjordur - durch Platz sechs unter gerade einmal acht Teilnehmern.