Zum Tode verurteilte Mörderin bittet Trump um Gnade

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Verurteilte Mörderin Lisa Montgomery

Eine Woche vor ihrer geplanten Hinrichtung hat eine verurteilte Mörderin in den USA Präsident Donald Trump um Gnade ersucht. Die Anwälte der heute 52-jährigen Lisa Montgomery argumentierten in ihrem Brief an Trump vom Dienstag, ihre Mandantin sei zum Tatzeitpunkt im Jahr 2004 psychisch schwer krank gewesen. Montgomery hatte damals eine Hochschwangere erwürgt und ihr dann das Baby aus dem Bauch geschnitten. Der Vollzug des Todesurteils wäre die erste Hinrichtung einer Frau durch die US-Bundesjustiz seit dem Jahr 1953.

"Noch vor der Geburt gebrochen, war das Leben von Lisa Montgomery voller Qual, Schrecken, Scheitern und Verrat", heißt es in dem Gnadengesuch der Anwälte. Sie appellierten an den scheidenden Präsidenten: "Sie allein haben die Macht, Gnade vor Recht ergehen zu lassen." Trump solle das Todesurteil aufheben und in eine lebenslange Haftstrafe ohne Berufungsmöglichkeit umwandeln. Damit könne er ein Zeichen setzen für Frauen, die in ihrer Kindheit gequält und vergewaltigt wurden.

Montgomery war im Jahr 2004 einen Tag nach der Tat in ihrem Haus in Skidmore im US-Bundesstaat Missouri rund 250 Kilometer vom Tatort entfernt festgenommen worden. Das geraubte Baby, das die grausame Tat überlebte, hatte sie bei sich. Vor ihrem Geständnis erzählte sie der Polizei und ihrem Mann, dass sie das Mädchen selbst zur Welt gebracht habe.

Das Opfer der Bluttat war die 23-jährige Bobbie Jo Stinnett, die das erste Kind mit ihrem Ehemann erwartete. Montgomery, damals bereits Mutter von vier Kindern, hatte sich unter dem Vorwand Zugang zu ihr verschafft, einen Hund aus der Zucht Stinnetts kaufen zu wollen. Am 16. Dezember 2004 erwürgte Montgomery die im achten Monat Schwangere und schnitt ihr anschließend den Bauch auf, um das Baby herauszureißen. Stinnett war dabei laut Autopsiebericht zeitweise noch bei Bewusstsein. Die Polizei fand Stinnetts Leiche blutüberströmt.

Montgomery war für die Tat im Jahr 2007 zum Tod verurteilt worden. Das Justizministerium entschied im vergangenen Jahr in ihrem Fall so wie bei zwölf anderen zum Tode verurteilten Häftlingen in US-Bundesgefängnissen, dass die Hinrichtungen vollzogen werden sollen. Zuvor waren Hinrichtungen durch die Bundesjustiz 17 Jahre lang ausgesetzt. Der scheidende Präsident Trump ist ein Befürworter der Todesstrafe. Sein demokratischer Nachfolger Joe Biden tritt das Amt am 20. Januar und damit nur acht Tage nach der geplanten Hinrichtung Montgomerys an.

muk/bfi