Tod von Charles Manson: So reagierte die Schwester von Mordopfer Sharon Tate

Nach dem Tod von Charles Manson meldete sich Debra Tate zu Wort. (Bild: AP Photo / Getty Images)

Er war für die grausame Ermordung ihrer Schwester im Jahr 1969 verantwortlich. Dennoch zeigte Debra Tate, Schwester von Sharon Tate, Mitleid mit dem am Sonntag verstorbenen Charles Manson.

Er war ein wirrer, aber charismatischer Kult-Führer, stiftete seine „Family“ – junge Frauen und Männer, die ihn grenzenlos bewunderten und ihm hörig waren – zu grauenhaften Morden an. Mit den „Tate-LaBianca-Morden“ setzte Charles Manson, gescheiterter Musiker, im Jahr 1969 dem „Summer Of Love“ in den USA brutal ein Ende.

Unter den Opfern: die hochschwangere Schauspielerin und Model Sharon Tate († 26). Tate wurde mit sechzehn Messerstichen brutal ermordet. Die Täterin, Susan Atkins, schrieb mit Tates Blut das Wort „Pig“ (deutsch: Schwein) auf eine Tür.

Der Prozess gegen Manson sowie seine Gefolgschaft begann 1970. Ein Jahr später verurteilte die Jury ihn, Patricia Krenwinkel, Leslie Van Houten und Susan Atkins zum Tod in der Gaskammer. Nachdem die Todesstrafe 1972 vom Staat Kalifornien ausgesetzt worden war, wurde Mansons Strafe in lebenslange Haft umgewandelt. Mehrere Gesuche auf Bewährung scheiterten, Manson blieb, wie auch die Mitglieder seiner Sekte, bis zu seinem Lebensende in Haft.

Kurz nach der Bekanntgabe des Todes von Charles Manson reagierte nun Sharon Tates Schwester Debra Tate auf Mansons Ableben.

Charles Manson – hier 1969 während seines Prozesses – starb nun im Alter von 83 Jahren. (Bild: AP Photo / Getty Imgages)

„Ich habe für seine Seele gebetet“, berichtete Tates Schwester Debra dem US-amerikanischen Magazin „People“ von dem Moment, als sie von einem Gefängnismitarbeiter per Telefon über Mansons Tod informiert wurde.

48 Jahre lang sei Manson ein Teil ihres Lebens gewesen – genauso wie die verurteilten Mitglieder von Mansons Kult, Tex Watson, Patricia Krenwinkel, Leslie Van Houten und Atkins. Ihre Leben seien gewissermaßen miteinander verbunden gewesen.

Schon beim Tod von Susan Atkins 2009 habe die gläubige Christin Tate keinerlei Genugtuung empfunden. „Auf dem Kreuz in meinem Schlafzimmer sind immer noch die Blumen, die ich an Jesus’ Füße gesteckt habe, als Susan starb. Ich habe eine Träne vergossen und um Vergebung für ihre Seele gebetet“, sagte sie. Und habe schon damals gewusst: „Ich werde das gleiche tun, wenn Charlie stirbt.“

Obwohl Tate sehr religiös ist und keinerlei Rachegedanken äußerte: Die Gnadengesuche der Mitglieder hielt sie in all den Jahren für nicht akzeptabel. „Das sind Soziopathen“, erklärte Tate. „Sie sind um nichts weniger gewalttätig, als sie es damals waren.“