Tod von schwarzem Jogger: Kritik an Geschworenenauswahl

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Washington (dpa) - Die Auswahl fast ausschließlich weißer Geschworener im Mordprozess um den gewaltsamen Tod des schwarzen Joggers Ahmaud Arbery hat bei Hinterbliebenen für Empörung gesorgt.

Ein Schwarzer und elf Weiße sollen als Jury in dem aufsehenerregenden Fall entscheiden, wie US-Medien berichteten. Der Richter hatte die Jury nach einem mehr als zwei Wochen andauernden Auswahlverfahren schließlich am Mittwochabend (Ortszeit) in dem Gericht in Brunswick im US-Bundesstaat Georgia genehmigt.

Arbery (25) wurde am 23. Februar vergangenen Jahres beim Joggen in Brunswick erschossen. Die Ermittlungen kamen aber erst mehr als zwei Monate später richtig in Gang, als der Fall durch ein verstörendes Handy-Video der Tat breite Aufmerksamkeit erlangte. Wenig später - am 25. Mai 2020 - wurde der Afroamerikaner George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis im Bundesstaat Minnesota getötet. Danach kam es über Monate hinweg zu Protesten gegen Rassismus und auch gegen Polizeigewalt in den USA.

Sie sei geschockt, dass es nur einen schwarzen Geschworenen gebe, zitierte der Sender CNN die Mutter Arberys, Wanda Cooper-Jones. Die Staatsanwaltschaft hatte den Verteidigern vorgeworfen, qualifizierte schwarze Geschworene unverhältnismäßig häufig abzulehnen. Der Richter räumte zwar ein, dass die Anwälte der drei weißen Angeklagten bei der Auswahl der Geschworenen offensichtlich mit Absicht diskriminierend vorgegangen seien. Doch es habe auch andere Gründe für die Ablehnung gegeben, weshalb der Prozess fortgeführt werden könne.

Im Fall Arbery wurden der Verdächtige Gregory M. und sein erwachsener Sohn Travis festgenommen, nachdem das Video von dem Angriff öffentlich wurde. Den Ermittlern zufolge hatten sie Arbery zunächst mit ihrem Fahrzeug verfolgt und dann mit Schusswaffen bedroht. Der dritte Angeklagte, William R., hatte die Tat den Ermittlern zufolge gefilmt. Die Verteidigung argumentiert, die Männer hätten Arbery verfolgt, weil sie ihn für einen Einbrecher gehalten hätten. Die Angeklagten plädieren auf nicht schuldig.

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