Tod von Raumfahrtpionier Gagarin nach 50 Jahren immer noch ungeklärt

Am 27. März 1968 stürzte der sowjetische Raumfahrtpionier Juri Gagarin in den Tod

50 Jahre nach dem Tod des Raumfahrtpioniers Juri Gagarin bei einem Flugzeugabsturz rätseln einstige Weggefährten des sowjetischen Kosmonauten noch immer über die Ursache der Tragödie. "Juri und ich wurden von den selben Ärzten untersucht und haben den selben Wetterbericht gehört", erinnert sich der 84-jährige Wladimir Aksjonow. "Ich sollte eine Stunde nach ihm starten."

Doch Aksjonows Flug wurde gestrichen. Als er zu seinem Stützpunkt zurückkehrte, war der Funkkontakt zu Gagarin und seinem Co-Piloten schon abgerissen.

Gargarin hatte am 12. April 1961 als erster Mensch im All die Erde umrundet. Die Pionierleistung des Fliegermajors galt als wichtiger Erfolg Moskaus und als weitere Demütigung der USA im Kalten Krieg. Russland war es vier Jahre zuvor bereits als erstem Land gelungen, einen Satelliten ins All zu schicken. Erst mit der ersten bemannten Mondlandung 1969 gelang es den USA, die Niederlage wieder wettzumachen.

In Russland gilt Gagarin immer noch als Nationalheld, auch in anderen Staaten des ehemaligen Ostblocks sind unzählige Straßen, Plätze und Schulen nach ihm benannt. Gagarin selbst konnte seinen Ruhm nicht mehr lange genießen: Sieben Jahre nach seinem historischen Flug stürzte er am 27. März 1968 bei einem Routineflug mit einer MiG-15 in der Region Wladimir nordöstlich von Moskau in den Tod.

Erst einen Tag später fanden Suchmannschaften Gagarins Leiche. "Wir haben im Flur einen Schrei gehört: 'Leute, Gagarin ist tot!'", erinnert sich der 74-jährige Sergej Krawschinsky, der damals ein junger Raumfahrttechniker war. "Ich stand unter Schock, alle Frauen haben geweint."

Das Unglück wurde von den sowjetischen Behörden als Staatsgeheimnis eingestuft. Um den Absturz Gagarins ranken sich bis heute zahlreiche Gerüchte. Hartnäckig hält sich die These von einem Komplott des Geheimdienstes KGB. Auch die Verwicklung eines zweiten Flugzeugs in den Absturz wird für möglich gehalten, ebenso wie ein technisches Problem an der Unglücksmaschine.

Es wurde aber auch spekuliert, dass der damals 34-Jährige mangels Trainings verunglückte oder sogar betrunken war. In der Tat musste Gagarin jahrelang um die Erlaubnis kämpfen, ein Flugzeug steuern zu dürfen.

Der Bericht einer Untersuchungskommission wurde nie veröffentlicht. "Das hat Kollegen und Experten dazu gebracht, eigene Nachforschungen zu betreiben", sagt der Historiker Alexander Gluschko.

Viele Experten halten die Theorie des Kosmonauten Alexej Leonow, der 1965 den ersten Weltraumspaziergang wagte, für plausibel. Demnach war ein Suchoi-Kampfjet Gagarins MiG-15 bei dem Übungsflug zu nahe gekommen. Gagarins Maschine geriet dabei ins Strudeln und stürzte ab. Leonow sagte im Juni 2017 der Nachrichtenagentur RIA Nowosti, er habe freigegebene Untersuchungsberichte einsehen können, die seine Version bestätigten. Seiner Auffassung nach wird die Unglücksursache immer noch geheimgehalten, um den Piloten der Suchoi zu schützen. Dieser sei "ziemlich berühmt", mittlerweile aber "alt und krank".