Tod von Kalinka: Dieter Krombach bleibt in Frankreich in Haft

Der wegen des Todes seiner Stieftochter Kalinka in Frankreich verurteilte Deutsche Dieter Krombach muss im Gefängnis bleiben. Das Pariser Berufungsgericht lehnte den Antrag des 82-Jährigen auf vorzeitige Haftentlassung am Donnerstagabend ab, wie aus Justizkreisen verlautete. Sein Gesundheitszustand sei mit der Gefängnisstrafe "vereinbar", hieß es.

Laut einem Gutachten vom März 2016 leidet Krombach unter einer Herz-Kreislauf-Erkrankung, die lebensbedrohlich werden könnte. Eine neue Untersuchung im Auftrag des Gerichts kam dagegen zu dem Schluss, die Haft beeinträchtige seinen Zustand nicht. Nach Angaben seines Anwalts hat er bereits einen Schlaganfall erlitten.

Der frühere Arzt war im Dezember 2012 in einem Berufungsverfahren in Frankreich wegen vorsätzlicher Körperverletzung mit Todesfolge zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Das Gericht machte ihn für den Tod seiner damals 14-jährigen Stieftochter Kalinka Bamberski im Jahr 1982 verantwortlich.

Zuvor hatte ihn der Vater Kalinkas, André Bamberski, nach Frankreich entführt, um ihn dort vor Gericht stellen zu lasen. Der Fall sorgte jahrzehntelang für Schlagzeilen in Deutschland und Frankreich.