"Tod dem Diktator": Proteste nach gewaltsamen Tod einer jungen Frau im Iran ebben nicht ab

"Tod dem Diktator": Proteste nach gewaltsamen Tod einer jungen Frau im Iran ebben nicht ab

Die Proteste nach dem gewaltsamen Tod einer 22-Jährigen im Iran ebben nicht ab. Wie die iranische Nachrichtenagentur Fars berichtete, hatten sich rund 300 Demonstranten in der Innenstadt von Teheran versammelt und "Tod dem Diktator" gerufen.

In der kurdischen Region des Landes, in der die Proteste begonnen hatten, wurde drei Tote in Zusammenhang mit den Protesten gemeldet.

Der Gouverneur der Provinz Teheran, Mohsen Mansouri, machte ausländische Botschaften für das Aufflammen der Demonstrationen verantwortlich. Mehrere ausländische Staatsangehörige seien festgenommen worden.

Das Menschenrechtsbüro der Vereinten Nationen fordert eine unabhängige Untersuchung des Vorfalls:

"Der tragische Tod von Mahsa Amini, die Vorwürfe von Folter und Misshandlungen müssen unverzüglich, unparteiisch und wirksam von einer unabhängigen, zuständigen Behörde untersucht werden, die insbesondere sicherstellt, dass ihre Familie Zugang zur Justiz und zur Wahrheit hat", sagte Ravina Shamdasani, Sprecherin des UN-Hochkommissars für Menschenrechte.

Die UN-Organisation erklärte, dass die iranische Sittenpolizei habe ihre Patrouillen in den letzten Monaten ausgeweitet habe. Besonders Frauen, die ihr Kopftuch, nicht ordnungsgemäß tragen würden, seien im Visier der Beamten. Unabhängig überprüfte Videos aus dem Iran zeigten, wie Frauen geohrfeigt, mit Schlagstöcken geschlagen und in Polizeifahrzeuge gezwängt werden, weil sie den Hidschab zu locker tragen.

Amini, die Kurdin war, war am vergangenen Freitag wegen einem derartigen Vergehen von der Sittenpolizei festgenommen worden. Offiziellen Angaben zufolge sei sie auf der Polizeistation zusammengebrochen und in ein Krankenhaus gebracht worden. Dort verstarb sie drei Tage später. Die iranische Polizei hat bestritten, Amini misshandelt zu haben und spricht von einem Herzinfarkt. Die iranischen Behörden haben erklärt, dass sie den Vorfall untersuchten.