Titel-Angriff 2018: Red Bulls Weltmeister-Plan für Verstappen

Red Bull hat Großes mit Max Verstappen vor

Max Verstappen drückte den Rücken durch, räusperte sich kurz und sprach dann mit fester Stimme.

"Ich glaube an dieses Team", sagte das Supertalent der Formel 1, nachdem er in Austin etwas überraschend seinen Vertrag bei Red Bull vorzeitig bis 2020 verlängerte hatte.

Es soll der Beginn einer Mission sein.

Das passende Auto

Verstappen zeigte sich am Rande des Grand Prix der USA "überzeugt, dass wir ein Wörtchen um den Titel mitreden können". Und zwar schon 2018.

Vier Jahre lang hatte Red Bull keine Chance auf den WM-Titel, doch nächste Saison will der Brauserennstall mit dem erst 20 Jahre alten Verstappen zurückschlagen. Und der zurückgekehrte Star-Designer Adrian Newey soll ihm das passende Auto für die Jagd auf Lewis Hamilton (Mercedes) und Sebastian Vettel (Ferrari) bauen.

"Er weiß, dass derzeit kein Chassis besser ist als unseres", sagte Red Bulls Motorsportberater Helmut Marko, der sichtlich stolz über den Coup mit Verstappen war. Schließlich ist es ein offenes Geheimnis, dass auch Mercedes und Ferrari den jüngsten Grand-Prix-Sieger der Geschichte auf dem Zettel hatten.


"Das ganze Paket"

Der Aufschwung der vergangenen Wochen und auch die Tatsache, dass Newey in den Planungen von Red Bull wieder eine zentrale Rolle spielt, bewegten Verstappen wohl zum Verbleib.

"Wir haben ihm das ganze Paket aufgezeigt", sagte Marko.

In Austin unterstrich Verstappen mit Rang vier den Aufwärtstrend - dabei fuhr er von Startplatz 16 noch fast auf das Podium. Doch nach einem dramatischen Rennen wurde ihm von den Stewards eine Fünf-Sekunden-Zeitstrafe aufgebrummt, da er Kimi Räikkönen im Ferarri kurz vor dem Ziel ein wenig zu offensiv überholt hatte.

Design-Guru Newey hatte schon Vettel seine vier Weltmeisterautos in die Garage gestellt, zuletzt engagierte sich der Brite aber im Segelsport und entwarf Sportautos für Aston Martin. Jetzt soll die Konzentration des 58-Jährigen wieder ganz der Formel 1 gelten.

Jüngster Weltmeister der Geschichte

"Wir haben unsere Lektion gelernt, und ich bin sehr zuversichtlich, dass es vom Start weg besser laufen wird", sagte Verstappen.

Das Ziel ist seit Austin klar formuliert. "Er soll mit uns jüngster Weltmeister der Geschichte werden", sagte Marko. Diesen Rekord hält bisher Vettel, der 2010 mit 23 Jahren im Red Bull zum Titel raste.


Theoretisch hat Verstappen also drei Jahre Zeit, doch Geduld gehört nicht gerade zu den Stärken des Niederländers.

"Max ist ein echter Racer", sagte Teamchef Christian Horner, er sei "hungrig auf Erfolg", gemeinsam gehe man jetzt auf die "Jagd nach Weltmeisterschaften".

Druck auf Renault

Und trotz eines Genies wie Newey und der unbestrittenen Fähigkeiten Verstappens am Lenkrad braucht man dafür auch einen ordentlichen Motor. Doch bisher lieferte Renault nicht die gleiche Power wie Mercedes oder Ferrari, deshalb hält Horner den druck auf die Franzosen auch hoch.

"Wenn wir über den Winter ein paar PS finden, dann bringt uns das in eine bessere Ausgangsposition", sagte er.

Schließlich will Verstappen "ein Wörtchen um den Titel mitreden".

Schon nächstes Jahr.