Stauhauptstadt Köln: Wie besseres Fahrverhalten zu weniger Staus in Köln beiträgt

Nicht nur hohes Verkehrsaufkommen und Baustellen sorgen für Staus.

Die Ferien sind vorbei, ab jetzt gehören Staus auf den Kölner Straßen wieder zum täglichen Autofahrer-Stress. Baustellen sowie enge Straßen bei ohnehin viel zu vielen Fahrzeugen tragen selbstverständlich mit zum Verkehrskollaps bei, oftmals machen sich die Autofahrer aber auch gegenseitig das Leben schwer – ob aus Eigensinn, Blauäugigkeit oder Unwissenheit. Roman Suthold vom ADAC Nordrhein erklärt, was besser laufen müsste, damit es besser läuft.

Kreuzungen freihalten

Es ist verboten, aber es gehört zum alltäglichen Ärgernis. Wer auf eine Kreuzung fährt, obwohl die Fahrspur klar ersichtlich voll ist, riskiert, den Querverkehr zu blockieren und zudem ein Bußgeld in Höhe von 20 Euro. In Köln sei dies ein häufiges Problem, weil die Gelbphasen hier besonders lang seien, so Suthold. Länger jedenfalls als etwa in Düsseldorf. „Dadurch trauen sich viele Leute, in die Kreuzung zu fahren und der ein oder andere nimmt billigend in Kauf, im Weg zu stehen.“ Das kommt zum Beispiel oft an der Ecke Innere Kanalstraße/Weinsbergstraße vor oder der Ecke Luxemburger Straße/Weißhausstraße.

Reissverschlussverfahren beachten

Auf Autobahn-Auffahrten oder vor anderen Hindernissen auf der Fahrbahn ist es oft dasselbe Bild. „Die Leute fahren nicht bis zum Ende der Spur und fädeln sich dann ein, sondern sie fahren früher ab, weil sie Angst haben, sie werden sonst nicht mehr reingelassen“, sagt Suthold. Die Folge: Es passen viel weniger Autos auf die endende Spur als bei funktionierendem Reißverschluss. Die Sorge der Zu-Früh-Einfädler sei allerdings oft berechtigt, so der ADAC-Experte: „Nicht jeder ist so freundlich, die Leute reinzulassen.“ Daher sei Rücksicht auf beiden Seiten gefragt, damit es flüssiger fließt. Gelegenheit zum Üben haben Autofahrer an diversen Autobahn-Baustellen oder auf der linksrheinischen Rampe der Mülheimer Brücke.

Nicht in zweiter Reihe parken

Keinen Parkplatz zu haben, aber trotzdem mal eben zum Büdchen zu sprinten, scheint ein Volkssport zu sein. Jedenfalls werden immer wieder ganze Fahrspuren durch Zweite-Reihe-Parker ausgeschaltet. Gerne würden eilige Autofahrer auch Lieferzonen in Parkplätze umfunktionieren, so Roman Suthold. Dann weiche der Lieferverkehr in die zweite Reihe aus und sorge für Staus. Ein Phänomen, das besonders oft auf der Venloer Straße oder auf der Luxemburger Straße für zähflüssigen Verkehr sorge. Bußgelder würden nur selten verhängt, so Suthold: „Der Kontrollaufwand ist zu hoch.“

Sich nicht ablenken lassen

Unterwegs E-Mails und SMS schreiben oder ohne Freisprechanlage telefonieren ist laut Suthold „mittlerweile eine echte Krankheit geworden“. Wer am Steuer Handys bedient, werde oft zum Kriecher oder tangiere die Nebenspur. Die Folge: Andere Autofahrer werden verunsichert. Im schlimmsten Fall kommt es zum Unfall und damit zu noch größeren Verkehrsbehinderungen. Ablenkung während der Fahrt sei ein wachsendes Problem, sagt Suthold, sowohl auf Autobahnen als auch in der Innenstadt. Also: Hände weg vom Handy.

Harmonisch fahren

Abruptes Anfahren und Abbremsen ist laut Roman Suthold „tödlich für den Verkehrsfluss“, vor allem auf den Ausfallstraßen wie der Inneren Kanalstraße oder der Luxemburger Straße. Die Gefahr des aggressiven Fahrstils: Staus aus dem Nichts und verunsicherte Autofahrer, die einen größeren Sicherheitsabstand nehmen, als eigentlich nötig. Die Kapazität der Straße werde in der Folge nicht komplett ausgenutzt. Auch ständig die Fahrspuren zu wechseln sei kontraproduktiv. „Das bringt nicht viel, Sie kommen nicht schneller voran“, sagt Suthold. Stattdessen steige auch hier die Nervosität der übrigen Verkehrsteilnehmer und damit die Staugefahr. „Vorausschauendes Fahren ist ganz wichtig, man sollte immer den Gesamtverkehr im Auge behalten“, so der ADAC-Experte.

Nicht zu viel Abstand halten

Wer an der roten Ampel steht und zu viel Abstand zum Vordermann lässt, blockiert hinter sich unter Umständen Autofahrer, die die Rechts- oder Linksabbiegespuren nicht erreichen können. „Ein einfacher Blick in den Rückspiegel kann helfen“, sagt Suthold.

Richtige Rettungsgasse bilden

Kommt der Rettungswagen von hinten, steigt die Verwirrung vorne. Vor allem bei drei Spuren wissen die Autofahrer in der Mitte oft nicht, ob sie für die Rettungsgasse nach links oder rechts fahren sollen. Die Antwort lautet: auf der linken Spur wird nach links ausgewichen, auf den anderen nach rechts. Dann kommt nicht nur der Rettungswagen schnell und ohne Slalomfahrt voran. Auch die Schlange löst sich schneller auf.

Eigenes Zeitmanagement verbessern

Mehr Rücksicht hält den Verkehr in Schwung. Aber laut Suthold ist auch ein gutes Zeitmanagement sinnvoll. Wer für seine Wege zu wenig Zeit einplane, werde eher nervös und aggressiv. Auch Unternehmen könnten dem Stauproblem entgegenwirken. Und zwar mit flexibleren Arbeitszeiten. Vormittags, zur Hauptverkehrszeit, müssten Arbeitnehmer öfter die Möglichkeit haben, zu Hause zu arbeiten....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta