Der Beste auf Jahre? Das sagt Werner zum Gomez-Lob

Reinhard Franke

Timo Werner ist der Mann der Stunde im deutschen Fußball.

Nach seinen Glanzauftritten in der Nationalmannschaft und der Versöhnung mit den DFB-Fans steht Leipzigs Topstürmer vor dem Spiel beim Hamburger SV (ab 20.15 Uhr im LIVETICKER) auch in der Bundesliga im Fokus.

Und natürlich will der 21-Jährige gegen die Hanseaten nachlegen.

Dabei erlebte er seit seiner Schwalbe im Heimspiel gegen Schalke 04 in der Hinrunde der vergangenen Saison einen regelrechten Spießrutenlauf in fremden Stadien.

Die richtigen Lehren gezogen

Doch der Angreifer hat offenbar die richtigen Lehren gezogen, seine Leistungskurve zeigt kontinuierlich nach oben.

"Ich denke, dass jede Erfahrung am Ende wichtig und gut für die eigene Entwicklung ist", erklärt Werner im Gespräch mit SPORT1.

"Dadurch, dass es nicht immer so positiv lief und ich auch schon andere Zeiten erlebt habe, kann ich die jetzige Erfahrung auch entsprechend einordnen."


"Wechsel zu RB war die beste Entscheidung"

Als Hauptgrund für seinen momentanen Lauf nennt der Confed-Cup-Sieger den Weggang aus Stuttgart: "Der Wechsel zu RB war für mich die beste Entscheidung. Wir und auch ich haben eine sehr gute Saison gespielt. Die Spielphilosophie passt einfach optimal zu mir und meiner Spielweise", sagt Werner.

"Ich fühle mich hier total wohl. Und natürlich habe ich mich durch den Wechsel und das Verlassen der vertrauten Umgebung in der Stuttgarter Heimat auch persönlich weiterentwickelt und bin selbstständiger geworden. Das hat mich in jeder Hinsicht weitergebracht."

Sein Vertrag läuft noch bis 2020, die RB-Bosse wollen aber gerne mit ihm vorzeitig verlängern.

Doppelpack gegen Norwegen

In der Liga traf er bereits zweimal, zuletzt überzeugte Werner im Länderspiel gegen Norwegen mit einem Doppelpack.


Werner ist im DFB-Team plötzlich der absolute Liebling. Miroslav Klose gerät ins Schwärmen, Bundestrainer Joachim Löw bezeichnete ihn als "Rakete". Mario Gomez glaubt gar, dass Werner die nächsten zehn Jahre den deutschen Sturm dominieren werde.

Keine Frage, dass dem Leipziger dieses Lob ein Lächeln ins Gesicht zaubert. "Mario Gomez ist ein fantastischer Stürmer und war immer auch eines meiner Vorbilder. Deswegen freut mich ein solches Kompliment natürlich", sagt er.

Trotzdem bleibt er auch in diesem Fall zurückhaltend. Er wisse natürlich, dass es gerade "sehr gut" für ihn laufe. "Ebenso gut weiß ich aber auch, dass ich mich nicht darauf ausruhen kann und dass ich diese Leistungen auf diesem Niveau immer wieder bestätigen muss und will."


Schwere Aufgabe in Hamburg

Gehen die Werner-Festspiele nun in Hamburg weiter?

"Es wäre schön, wenn wir an unsere Leistung aus dem Freiburg-Spiel anknüpfen könnten", sagt Werner, doch er weiß um die Schwere der Aufgabe an der Elbe: "Der HSV ist in der Bundesliga perfekt in die Saison gestartet und hat dadurch viel Selbstvertrauen." Es werde "eine sehr schwere Aufgabe."

Das 0:3 in der Rückrunde der vergangenen Saison in Leipzig ist noch im Gedächtnis. "Wir haben im Rückspiel gesehen, wozu sie im Stande sind", sagt Werner: "Dennoch glaube ich, dass wir die Chance haben, dort zu punkten und auch zu gewinnen, wenn wir wieder an unser Leistungslimit kommen. Wenn ich meiner Mannschaft mit einem Tor helfen könnte, wäre es natürlich umso schöner."