"Tim und Struppi"-Zeichnung erzielt mehr als 600.000 Euro

"Tim und Struppi"-Zeichnung bei Christie's versteigert

Eine fast 80 Jahre alte Zeichnung der Comic-Helden Tim und Struppi hat bei einer Auktion 629.000 Euro erzielt und damit die Erwartungen übertroffen. Das Bild des belgischen Autors Georges Remi alias Hergé wurde am Donnerstagabend in Paris versteigert, wie das Auktionshaus Christie's mitteilte. Es zeigt den weltberühmten Reporter mit seinem Hund und hat einen besonderen Bezug zu Deutschland.

Hergés Zeichnung erschien am 22. Juni 1939 auf dem Titel der belgischen Zeitungsbeilage "Le Petit Vingtième". Es zeigt eine Szene aus dem "Tim und Struppi"-Band "König Ottokars Zepter". Darin verhindert Tim die Annexion des fiktiven Landes Syldavien durch Bordurien - gut ein Jahr nach dem "Anschluss" Österreichs an Nazi-Deutschland.

Die quadratische Zeichnung von 20,70 Zentimeter Seitenlänge zeigt Tim, der mit einer Weinflasche und einem Brot aus Bordurien flieht, mit Struppi an seiner Seite. Das von Hergé in Aquarellfarben kolorierte Bild taucht in dem eigentlichen Comic nicht auf. Es gilt deshalb als besonders wertvoll und war auf bis zu 600.000 Euro geschätzt worden. Hergé-Biograph Philippe Goddin sprach im Auktionskatalog von einem "Prunkstück".

Die Zeichnung stammt demnach aus dem Nachlass eines Hergé-Freundes. Dessen Familie hatte sie fast 77 Jahre in Besitz, bevor sie nun an einen namentlich nicht genannten Bieter ging.

Versteigert wurden bei der Auktion auch andere Comic-Zeichnungen, unter anderem von Autoren wie Hugo Pratt, Gotlib und Franquin. Für eine Überraschung sorgte eine Farbillustration des belgischen Lucky-Luke-Schöpfers Morris. Sie fand für 149.500 Euro einen Bieter, das Sechsfache des Schätzpreises. Insgesamt wurden bei der Comic-Auktion laut Christie's rund 2,6 Millionen Euro erzielt.