Tillerson zieht positive Bilanz der US-Außenpolitik

Tillerson spricht von Fortschritten in US-Außenpolitik

Zum Ende seines ersten Jahres im Amt hat der US-Chefdiplomat Rex Tillerson die Außenpolitik seines Landes verteidigt. Fortschritte seien etwa im Umgang mit der Atompolitik Nordkoreas und den "immensen Herausforderungen" durch Russland, China und den Iran erzielt worden, schrieb der US-Außenminister in einem Gastbeitrag für die "New York Times" vom Mittwoch.

Tillerson lobte etwa, dass die Exporterlöse Nordkoreas infolge internationaler Sanktionen um rund 90 Prozent gesunken seien. Tillerson führte dies auf die neue US-Politik unter Präsident Donald Trump zurück, welche sich von "der gescheiterten Politik der strategischen Geduld" abgewendet habe.

Die Spannungen zwischen den USA und Nordkorea hatten sich nach dem Amtsantritt Trumps deutlich verschärft. Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un lieferten sich in den vergangenen Monaten heftige Verbalattacken, Nordkorea nahm eine Reihe von Raketen- und Atomtests vor.

Mit Blick auf Russland schrieb Tillerson, die US-Regierung mache sich "keine Illusionen über das Regime, mit dem wir zu tun haben". Die USA seien wachsam bezüglich "russischer Aggression". Washington müsse aber in den Bereichen mit Moskau zusammenarbeiten, in denen es Interessensüberschneidungen gebe, etwa im Syrien-Krieg.

Die Beziehungen zwischen den USA und Russland waren zuletzt angespannt, unter anderem wegen der mutmaßlichen Einmischung Russlands in den US-Präsidentschaftswahlkampf.

Tillersons Kritiker bemängeln, in seinem erstem Jahr im Amt seien zahlreiche wichtige diplomatische Posten unbesetzt geblieben. Die Arbeit von Botschaften sei durch Kürzungen erschwert worden, viele langjährige Mitarbeiter hätten dem diplomatischen Dienst den Rücken gekehrt.