Trump nennt sich selbst ein "sehr stabiles Genie"

In der Debatte über seine Befähigung als US-Präsident erhält Donald Trump Rückendeckung von Außenminister Rex Tillerson. "Ich habe seine geistige Eignung nie angezweifelt, ich habe keinen Grund, seine geistige Eignung anzuzweifeln", sagte er

US-Präsident Donald Trump hat sich angesichts von Zweifeln an seiner Amtsfähigkeit als "sehr stabiles Genie" bezeichnet. Am Wochenende attackierte er zudem den Enthüllungs-Bestseller "Fire and Fury" als "Fake Buch" und nannte den Verfasser Michael Wolff einen "total unglaubwürdigen Autor" und "totalen Versager". Derweil nahm eine Reihe von hochrangigen Mitarbeitern den Präsidenten vor in dem Buch erhobenen Vorwürfen in Schutz.

"In meinem ganzen Leben waren meine beiden größten Trümpfe geistige Stabilität und dass ich richtig schlau bin", schrieb Trump am Samstag im Kurzbotschaftendienst Twitter. Er habe es von einem sehr erfolgreichen Geschäftsmann zum Fernsehstar und zum US-Präsidenten gebracht. "Ich denke, das qualifiziert mich nicht nur als schlau, sondern als Genie ... und als sehr stabiles Genie noch dazu."

Wolffs Enthüllungsbuch "Fire and Fury" (Feuer und Wut) enthält zahlreiche Zitate von wichtigen Mitarbeitern im Weißen Haus, die Zweifel an Trumps Eignung für das Präsidentenamt äußern. In dem Buch heißt es unter anderem, Trump habe eine kurze Aufmerksamkeitsspanne, wiederhole sich ständig und weigere sich, schriftliche Notizen zu lesen. Wolff zitiert namentlich mehrere Vertraute und Berater des Präsidenten, die ihn mit wenig schmeichelhaften Begriffen wie "Idiot" oder "Trottel" charakterisieren.

Trump wirft Wolff vor, ein Buch "voller Lügen" geschrieben zu haben. Auf Twitter schrieb der Präsident, Wolff habe "Geschichten erfunden, um sein wirklich langweiliges und verlogenes Buch zu verkaufen".

Bei einem Treffen mit einflussreichen Republikanern in Camp David am Samstag sagte Trump, der Autor kenne ihn "überhaupt nicht" und habe ihn "vor langer Zeit" nur einmal kurz für einen Artikel interviewt. Dass Wolff ihn für das Buch insgesamt drei Stunden lang befragt habe, existiere "nur in seiner Vorstellung".

Auch ranghohe Mitarbeiter stellten sich hinter Trump und attackierten das Enthüllungsbuch und dessen Autor. Trumps Politikberater Stephen Miller sagte am Sonntag auf CNN, Trump sei "ein politisches Genie" und Wolff der "Müll-Autor eines Müll-Buchs". Die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley, sagte dem Sender ABC, niemand im Weißen Haus stelle "die Stabilität des Präsidenten" in Frage. Wolff dagegen würde "für Geld oder Macht lügen".

Der Chef des Geheimdienstes CIA, Mike Pompeo, sagte dem Sender Fox News, Wolffs Schilderung von Trump sei "pure Fantasie". "Der Präsident ist engagiert, er versteht die Komplexität, er stellt unserem Team bei der CIA richtig schwierige Fragen." Bereits am Freitag hatte US-Außenminister Rex Tillerson, der Trump einmal als "Deppen" beschimpft haben soll, beteuert, er habe Trumps "geistige Eignung nie angezweifelt".

Trumps Anwälte hatten vergeblich versucht, die Veröffentlichung des Buchs zu verhindern. Der Verlag zog den Erscheinungstermin vor. In vielen Läden in Washington war "Fire and Fury" am Freitag bereits ausverkauft, beim Onlinehändler Amazon steht das Buch an der Spitze der Bestsellerliste.

Wolff verwahrte sich am Sonntag gegen den Vorwurf, er habe mit seinem Buch Trump schaden wollen. "Ich wäre entzückt gewesen, einen konträren Bericht geliefert zu haben: 'Donald Trump, der unerwartete Präsident, wird Erfolg haben'", sagte Wolff im Sender NBC. "Okay, das ist nicht die Geschichte. Er wird keinen Erfolg haben. Es ist schlimmer, als alle dachten."