Tigerjunge töten Wärter in indischem Tierpark

Weißer Tiger in Indien

Zwei Tigerjunge haben in einem Tierpark im Süden Indiens einen Wärter getötet. Die beiden weißen Tiger griffen den 40-Jährigen am Samstag im Bannerghatta Biological Park am Stadtrand von Bangalore an, als dieser die beiden Jungtiere in ihrem Gehege einsperren wollte.

Das Opfer habe einem anderen Tierpfleger dabei geholfen, die beiden Raubkatzen für die Nacht in das Gehege zu treiben, sagte Tierparkdirektor Santosh Kumar der Nachrichtenagentur AFP. Plötzlich hätten sich die beiden Tigerjungen umgedreht und auf den Mann gestürzt. Nach dem Angriff ließen die Tiger zunächst niemanden an den Schwerverletzten heran. Als andere Zooangestellte den Mann endlich bergen konnten, war dieser bereits tot.

Der 40-Jährige hatte den Angaben zufolge als Tagelöhner gearbeitet und war erst Anfang Oktober für einen anderen Pfleger in dem Zoo eingesprungen. Am Sonntag protestierten wütende Angehörige des Mannes vor dem Park. Sie werfen den Verantwortlichen Fahrlässigkeit vor und verlangen 500.000 Rupien (rund 6500 Euro) Entschädigung.

Wie die Nachrichtenagentur Press Trust of India unter Berufung auf Zoodirektor Kumar berichtete, war im Bannerghatta Biological Park vor zwei Jahren schon einmal ein Pfleger von Löwen verletzt worden.

In Indien lebt mehr als die Hälfte der weltweit existierenden Tiger, nach der jüngsten Zählung aus dem Jahr 2014 leben rund 2200 der Raubkatzen in den dortigen Schutzgebieten. Weiße Tiger sind eine sehr seltene Farbvariante des in Süd- und Ostasien heimischen Königstigers, die durch eine genetische Veränderung hervorgerufen wird.