Tierschmuggler in Thailand mit drei Baby-Ogran-Utans festgenommen

In Thailand ist ein Mann aus Malaysia mit drei Baby-Orang-Utans, sechs Waschbären und 51 Schildkröten im Gepäck festgenommen worden. Wie die thailändischen Behörden am Donnerstag mitteilten, wurde der 63-Jährige am Mittwoch bei der Einreise an einem Grenzübergang in der südlichen Provinz Songkhla gestoppt. Die Tiere hatte er demnach in Plastikkisten und Koffern in seinem Auto versteckt. Die kleinen Orang-Utans waren noch nicht einmal sechs Monate alt und wurden in ein Tierheim gebracht.

Orang-Utans sind stark bedrohte Menschenaffen, die in freier Wildbahn noch in Malaysia und Indonesien vorkommen. Sie werden in ganz Südostasien häufig geschmuggelt, wo sie entweder in privaten Zoos oder als Haustiere gehalten werden. Mancherorts werden sie auch gejagt und gegessen. Bei den meisten der 51 befreiten Schildkröten handelte es sich den Angaben zufolge um Indische Sternschildkröten. Die bedrohten Landschildkröten kommen in Südasien vor und sind wegen des Sternmusters auf ihrem Panzer begehrt.

Der Schmuggler gab den Angaben zufolge nach seiner Festnahme an, tausend Baht (gut 26 Euro) für den Transport der Tiere bekommen zu haben. Er sollte sie demnach aus dem malaysischen Bundesstaat Perlis nach Hat Yai in Songkhla bringen. In der Unruheprovinz an der Grenze zu Malaysia schwelt seit Jahren ein blutiger Konflikt zwischen der thailänsischen Regierung und muslimischen Rebellen.

Auch Schmuggler machen sich den Konflikt zunutze: Der Süden Thailands ist ein wichtiger Umschlagplatz für Waffen, Drogen und Wildtiere. Viele Tiere werden über Thailand zu großen Absatzmärkten wie Vietnam und China gebracht, wo sie etwa zur Herstellung traditioneller Medizin verwendet werden.

Im Dezember hatte die thailändische Polizei in einem verdeckten Einsatz zwei Baby-Orang-Utans aus den Händen von Schmugglern befreit. Nach einem anonymen Hinweis auf eine Online-Anzeige für die geschützten Tiere hatten Polizisten den Anbieter kontaktiert und Interesse an den Äffchen vorgetäuscht.