Tierische Wunderwaffen: Spürhunde erschnüffeln unerlaubte Elektrogeräte

“Cyber-Dogs” können sogar SIM-Karten aufspüren. (Bild: ddp Images)

Handys oder SIM-Karten lassen sich weitaus schwerer erschnüffeln als Drogen – doch speziell ausgebildete Spürhunde schaffen sogar das. Bisher kamen die Hunde nur vereinzelt zum Einsatz. Doch immer mehr Polizeibeamte suchen sich Unterstützung durch die “Cyber-Dogs”.

Kürzlich wurde in dem New Yorker County Westchester die neuste “Waffe” vorgestellt, um versteckte elektronische Geräte gezielter und schneller zu finden: Die zweijährige Labrador-Dame Haley soll in Gefängnissen eingesetzt werden, um unerlaubte Kommunikation zwischen den Inhaftierten und der Außenwelt zu unterbinden. Sie ist nicht der erste Spürhund dieser Art. Weltweit werden bereits einige der sogenannten “Cyber-Dogs” auf die Suche nach versteckten Elektronikgeräten geschickt. Doch noch lange ist nicht jede Wache mit dieser Spezialwaffe ausgestattet.

Vor allem auch an Flughäfen sollen immer mehr speziell trainierte Polizeihunde wie Haley eingesetzt werden, um versteckte Computer, Mobiltelefone, USB-Sticks und andere Geräte zu erschnüffeln. Diese könnten beispielsweise von Terroristen zum Auslösen von Bomben in Flugzeuge geschmuggelt werden.

Mithilfe der Hunde sollen illegale Netzwerke wie Kinderpornografie-Ringe aufgespürt werden. (Bild: ddp Images)

Dabei brauchen die Tiere lediglich etwa 30 Sekunden, um das gesuchte Objekt zu finden – bei einer Fehlerquote von durchschnittlich nur 20 Prozent. Doch wie genau der spezielle Spürsinn der Hunde in diesen Fällen funktioniert, können sich auch die menschlichen Spezialisten nicht erklären. Denn Mobiltelefone und SIM-Karten in anderen elektronischen Geräten zu finden, sei für die Tiere keine leichte Aufgabe, so US-Spürhundtrainer Peter Anderson gegenüber “Spiegel Online”. Die Trainer gehen jedoch davon aus, dass es die besondere Mischung aus Plastikgehäuse und Lithium-Akku oder die im Plastik enthaltenen Weichmacher sind, die einen für die Tiere erkennbaren Geruch abgeben.

“Cyber Dogs” arbeiten effizienter als Vollzugsbeamte

Die US-Beamten erhoffen sich, mit der Unterstützung der Hunde zukünftig noch besser gegen Terrorismus, Finanzkriminalität und Kinderpornografie vorgehen zu können. Haley beispielsweise ist mit einem Kaufpreis von umgerechnet 10.000 Euro eine kosteneffektive Alternative zu Detektoren und menschlichem Personal, so Rob Astorino zur “New York Post Online”. Die Tiere sind bei der Suche stets erfolgreicher als die Vollzugsbeamten. Astorino ist im Westchester County Police Department in New York für die Einführung von Haley als “Cyber-Hund” verantwortlich.

Seit 2015 stieg das internationale Interesse an den sogenannten „Cyber Dogs“ rasant. Damals hatte ein Spürhund in der Wohnung eines Verdächtigen das wichtigste Beweisstück der Hausdurchsuchung ausfindig gemacht – einen USB-Stick, auf dem pornografische Fotos von Minderjährigen gespeichert waren. Der Verdächtige wurde anschließend zu 15 Jahren Haft verurteilt.

In Deutschland kommen die speziell auf das Auffinden von elektronischen Geräten spezialisierten Hunde zwar schon vereinzelt seit 2013 zum Einsatz. Doch noch lange nicht jede deutsche Stadt ist mit einem der effektiven “Cyber-Dogs” ausgestattet.

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