Tierische Nebenprodukte & Co: So fies wird beim Hundefutter getrickst

Hannah Klaiber
·Freie Journalistin
·Lesedauer: 3 Min.

Die Suche nach einem gesunden, hochwertigen Hundefutter kann zur wahren Herausforderung werden. Warum "Tier" nicht gleich "Fleisch" bedeutet, was es mit pflanzlichen Nebenerzeugnissen auf sich hat und warum lediglich das Haltbarkeitsdatum wirklich Aufschluss über künstliche Zusatzstoffe gibt.

Für unseren Vierbeiner nur das Beste! Das zu finden, ist allerdings gar nicht so einfach. (Bild: Getty Images)
Für unseren Vierbeiner nur das Beste! Das zu finden, ist allerdings gar nicht so einfach. (Bild: Getty Images)

Was sind tierische Nebenerzeugnisse?

Es ist ein Sammelbegriff, der uns bei Hundefutter immer wieder ins Auge springt: Tatsächlich müssen Hersteller die tierischen Nebenerzeugnisse nicht näher definieren. Dabei kann es sich beispielsweise um folgende Zutaten handeln:

  • Innereien

  • Federn

  • Schnäbel

  • Krallen

  • Hufe

  • Abfallprodukte von kranken oder verendeten Tieren

Sind tierische Nebenprodukte immer schlecht?

Nein. Innereien wie Pansen, Herz, Lunge oder Leber beispielsweise werden als tierisches Nebenprodukt aufgeführt, enthalten aber viele Nähr- und Ballaststoffe. Es gibt auch empfehlenswerte Premium-Hersteller, die ihre Produkte mit "Fleisch und tierische Nebenprodukte" kennzeichnen. Allerdings werden die Nebenprodukte dann konkret aufgelistet. Ist dies nicht der Fall und der Hersteller belässt es in der Beschreibung lediglich bei dem Sammelbegriff, solltest du die Finger von dem Futter lassen.

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Was sind pflanzliche Nebenerzeugnisse?

Hierbei verhält es sich ähnlich wie mit den tierischen Nebenprodukten: Sind die Zutaten nicht einzeln aufgelistet, kann es sich statt um hochwertiges Gemüse oder Kräuter auch um folgende Produkte handeln:

  • Alte Nudeln

  • Brotreste

  • Sojabestandteile

  • Schalen von verarbeiteten Körnern

Vor allem beim Fleischanteil von Trockenfutter wird getrickst. (Bild: Getty Images)
Vor allem beim Fleischanteil von Trockenfutter wird getrickst. (Bild: Getty Images)

Was hat es mit dem Fleischanteil beim Trockenfutter auf sich?

Angaben wie "Ente (44%), Entenfleisch (25%), getrocknetes Entenfleisch (17%)" sind unglaublich verwirrend. Wer davon ausgeht, dass in dem Futter nun 42% Fleisch enthalten sind, irrt. Der Trick: Frischfleisch enthält ca. 70 Prozent Wasser, das dem Fleisch bei der Trocknung entzogen wird. Wird also beispielsweise ein Kilogramm Frischfleisch getrocknet, bleiben davon nur rund 350 Gramm Trockenfleisch übrig. Wird dies bei den deklarierten Fleischanteilen berücksichtigt, entspricht er im Beispiel der Ente nicht etwa 42%, sondern eigentlich nur 24,5%. Diese Diskrepanz jedoch muss nicht gesondert vermerkt werden.

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Checkliste im Überblick: Darauf solltest du achten

  • Bei einem richtig guten Futter wird jede einzelne Zutat benannt. Hersteller verzichten auf Sammelbegriffe wie "tierische Nebenerzeugnisse" oder aber sie listen diese im Anschluss einzeln auf.

  • Genauso verhält es sich mit der Bezeichnung "pflanzliche Nebenerzeugnisse". Diese sollten auch immer einzeln und konkret benannt werden.

  • Haltbarkeitsdatum checken: Wenn für die Herstellung tatsächlich keine künstlichen Zusatzstoffe verwendet wurden, darf es maximal sechs Monate haltbar sein.

  • Folgende Zutaten haben in einem guten Hundefutter nichts verloren: Salz, Zucker, Hydrolysate, Hefeextrakte, Konservierungsstoffe, Antioxidantien, Füllstoffe, Farbstoffe

  • Achte darauf, dass der Anteil von Mais, Soja und Weizen nicht zu hoch ist. Diese Zutaten kommen meist zum Einsatz, um teureres tierisches Eiweiß zu sparen.

  • Ein reichhaltiges, gesundes Futter sollte sich aus diesen Hauptkomponenten in einem ausgewogenen Verhältnis zusammensetzen: Muskelfleisch als Proteinquelle, glutenfreises Getreide oder Kartoffeln als Energiequelle, Obst und Gemüse als Rohfaser- und Vitaminquelle, Öle als Fettquelle.

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