Tiergarten-Süd: Kiez rund um Straßenstrich gerät ins Visier der Investoren

Angst vor Luxussanierung: Mieter vor ihrem Haus an der Genthiner Straße

Berlin.  Dass sich der Kiez in Tiergarten-Süd rund um den Straßenstrich auf der Kurfürstenstraße im Wandel befindet, ist nicht zu übersehen. Überall drehen sich Baukräne für schicke neue Wohnungsbauprojekte in der einst so verrufenen Gegend. Doch während sich viele Anwohner zunächst über die Aufwertung ihres verwahrlosten Wohnumfeldes freuten, geht jetzt die Angst um. Denn Investoren haben nicht nur Neubauvorhaben als lohnendes Geschäftsmodell entdeckt – jetzt folgt die Sanierung von Altbauten und der anschließende Verkauf in Einzeleigentum. Unter dem Motto "Wir bleiben! Milieuschutz jetzt!" demonstrierten Mieter am Montag für den Erhalt ihrer Wohnungen.

Konkret geht es um den Gebäudekomplex Genthiner Straße Ecke Lützowstraße mit rund 100 Wohnungen. Die Bluerock Ltd. mit Sitz in Manchester hat das Gebäude gekauft und eine umfassende Modernisierung sowie das Vorhaben, die Wohnungen anschließend in Eigentumswohnungen umzuwandeln, angekündigt. "Ich dachte, meine Frau und ich können hier in Ruhe alt werden", sagte Wolfgang Hoth, seit 40 Jahren Mieter in dem ehemals als Sozialbau errichteten Wohnkomplex. "Doch nach der Sanierung soll die Miete für unsere 75 Qua­dratmeter große Wohnung von derzeit 780 Euro auf 1200 Euro steigen – das können wir nicht zahlen", so der 80-Jährige, der ein selbst gemaltes Protestplakat hochhält, weiter.

Mieter, die nicht zahlen können, ziehen aus

"Mieter, die danach die erhöhte Miete nicht bezahlen können, werden ausziehen müssen. Das macht bereits jetzt eine Reih...

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