Ticket-Chaos: NFL droht mit Konsequenzen

Der praktisch unmittelbar nach seinem Startschuss offiziell auch schon wieder beendete Ticket-Verkauf für das erste NFL-Spiel auf deutschem Boden in München sorgt weiterhin für mächtig Frust bei den leer ausgegangenen Fans.

Im Fokus der Kritik stehen nicht nur horrende Preise, mit denen seit Dienstagmittag Re-Seeler den Schwarzmarkt diktieren, sondern auch der Karten-Abwicklung an sich beim Anbieter Ticketmaster. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur NFL)

Nun hat Alexander Steinforth zu den Vorwürfen Stellung bezogen - und Vorwürfe zurückgewiesen, den Mega-Run falsch eingeschätzt zu haben.

Der NFL-Chef für Deutschland gab an, sich beim Vorverkauf an den Erfahrungen orientiert zu haben, die sich seit den vergangenen 15 Jahren für das in London ausgetragene NFL-Game als praktikabel erweisen.

Frust nach Ticket-Chaos bei Munich Game der NFL

„Und das war eben die Mechanik, die wir jetzt auch für uns in Deutschland genutzt haben“, erklärte Steinforth im Interview mit ran.de.

Er werde sich zwar „das Feedback in Ruhe“ durchlesen und mit seinen Kollegen analysieren, fügte der NFL-Lenker an. Ungeachtet des vielfach zu vernehmendem User-Frusts mit der technischen Stabilität der Server angesichts der exorbitanten Online-Nachfrage für das Munich Game zeigte er sich aber zufrieden und sah wenig Grund für Trübsal.

„In der Spitze waren es circa 800.000 Menschen gleichzeitig in der virtuellen Warteschlange“, so Steinforth „Ticketmaster hat uns im Nachgang mitgeteilt, dass sie rund drei Millionen Tickets hätten verkaufen können.“

Ein Umstand, der für Steinforth offenbar zwangsläufig dazu führt, dass viele Begehrlichkeiten unberücksichtigt bleiben.

Eine solche Nachfrage gebe es „weltweit – egal ob bei Sportevents oder Konzerten – sonst nur beim Super Bowl“.

Dass die Tickets binnen einer Stunde restlos vergriffen waren, viele Interessenten sich vergebens vorzeitig einwählten und stundenlang hoffnungsfroh, am Ende aber vergebens am Rechner verharrten, kommentierte Steinforth nicht.

Deutscher NFL-Chef will gegen Schwarzmarkttickets vorgehen

Dafür sagte er dem unkontrollierten Treiben auf dem Schwarzmarkt den Kampf an. Zumal: Bereits unmittelbar nach Toreschluss bei der offiziellen Ticketvergabe waren unter anderem bei Ebay Tarife von mehreren tausend Euro pro Karte aufgerufen worden.

„Wir sind aktuell dabei, gegen alles vorzugehen, wogegen wir vorgehen können“, schilderte Steinforth, meinte aber auch, „das Thema Ticketing-Zweitmarkt ist rechtlich gesehen in Deutschland kein einfaches. Ich kann allen versichern, dass es uns ein absoluter Dorn im Auge ist.“

Ideen jedoch, welche Lehren die NFL aus dem Ticket-Chaos zu ziehen gedenke, blieb Steinforth schuldig.

Nur soviel: Eine künftige Personalisierung von Tickets ist ausgeschlossen, weil dies Wartezeiten nochmals verlängere und am Spieltag für Frust sorge. Auch mobiler Ticket-Service sei dann nicht mehr möglich.

Was also bleibt all denjenigen, die nun in die Röhre schauen?

Immerhin: Neben einem offiziellen Zweitmarkt bei Ticketmaster soll es bei der DKB Möglichkeiten geben, womöglich doch noch Karten zu erhalten.

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