TI fordert DOSB-Reaktion auf Große-Attacken gegen Whistleblower

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TI fordert DOSB-Reaktion auf Große-Attacken gegen Whistleblower
TI fordert DOSB-Reaktion auf Große-Attacken gegen Whistleblower

In der "Brief-Affäre" beim Deutschen Olympischen Sportbund um Präsident Alfons Hörmann hat sich nun auch die Arbeitsgruppe Sport von Transparency International Deutschland (TID) eingeschaltet. In Zusammenhang mit einer höchst fragwürdigen Reaktion von Eisschnelllauf-Chef Matthias Große auf die Vorwürfe gegen Hörmann wegen einer "Kultur der Angst" im DOSB hinterfragt TID die Haltung der Dachorganisation des deutschen Sports zu Good-Governance-Anforderungen im Allgemeinen und zu Großes Verunglimpfung von Whistleblowern als "Denunzianten" und "Heckenschützen" sowie auch von berichtenden Medien im Besonderen.

Zugleich geißelt TID ausdrücklich Großes Versuch einer Verteidigung von Hörmann durch regelrechte Vorschlaghammer-Rhetorik mit scharfen Worten. "Die Stellungnahme, die schon in der Wortwahl Anforderungen der Good Governance widerspricht, untergräbt die Good-Governance-Kultur im deutschen Sport", heißt es in der öffentlich gemachten Einleitung eines Fragenkatalogs an die DOSB-Vorstandsmitglieder Christina Gassner und Thomas Arnold.

Ausdrücklich moniert TID auch das anhaltende Schweigen sowohl des DOSB als auch der Partner und Sponsoren von Großes Deutscher Eisschnelllauf-Gemeinschaft zu den ausfallenden Verbalattacken des umstrittenen Verbandspräsidenten auf offiziell als schützenswert geltende Geber von anonymen Hinweisen. "Bis heute", schreibt TID rund vier Wochen nach Großes Pamphlet, "hat niemand aus dem DOSB diese Stellungnahme zurückgewiesen und die eigenen Vorgaben zum Schutz von Hinweisgebern verteidigt."

Seit Anfang Mai sorgt ein anonym aus der DOSB-Belegschaft stammender Offener Brief mit expliziten Vorwürfen gegen Hörmann wegen mangelnder Führungsqualitäten für Aufregung im deutschen Sport. In dem Brief ist von fehlendem Respekt und Fairplay gegenüber Verbandsangestellten die Rede. Unter Hörmanns Führung hätte sich im DOSB "eine Kultur der Angst" etabliert, hieß es in dem Schreiben.

Die DOSB-Spitze stellte sich daraufhin zunächst hinter ihren Präsidenten. Inzwischen ist die DOSB-Ethikkommission mit dem Vorgang befasst. Zudem äußerte beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) auch Präsident Thomas Bach, der beim DOSB als Hörmanns Vorgänger auch Ehrenpräsident ist, "große Sorge um Glaubwürdigkeit und damit auch Funktionsfähigkeit" der Organisation.

TID erwartet sich von Gassner und Arnold "zeitnah" grundsätzlich klärende Antworten zur Position des DOSB zu relevanten Fragen der Good Governance, vor allem zur Möglichkeit zu Hinweisen auf Missstände auf anonymer Basis und deren Aufarbeitung. Außerdem wird eine Haltung zu Großes Beschimpfungen von Whistleblowern und Medien abgefragt.