ThyssenKrupp: Tata-Fusion verzögert sich - die Hintergründe

Maximilian Völkl
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ThyssenKrupp: Was für ein Desaster

Bei ThyssenKrupp wird derzeit intensiv darüber diskutiert, welche Strategie der Konzern künftig einschlagen wird. Noch unter dem bisherigen CEO Heinrich Hiesinger wurde allerdings eine Lösung für die Stahlsparte gefunden. Der Start des neuen Gemeinschaftsunternehmens mit Tata Steel verzögert sich jetzt aber.

Wegen umfangreicher Kontrollen der EU-Kommission und möglicher Einwände von Wettbewerbern soll sich die Fusion bis mindestens Anfang 2019 verzögern. „Die Genehmigung einer Fusion solchen Umfangs dauert Monate, nicht Wochen“, so ein Kartellexperte in der Wirtschaftswoche. Rivalen, die sich benachteiligt fühlen, könnten zudem versuchen, den Zusammenschluss zu verhindern.

Bislang ist die Fusion noch nicht bei der EU-Kommission angemeldet. Es muss auch geprüft werden, welche Länder außerhalb der EU ihre Genehmigung erteilen müssen. Vor einer Entscheidung muss ThyssenKrupp zunächst aber das Stahlgeschäft bilanziell und organisatorisch aus dem Gesamtkonzern herauslösen.

Es braucht Zeit

ThyssenKrupp und Tata sollten die Genehmigungen für die Stahlfusion erhalten. Das benötigt aber ebenso Zeit wie eine Einigung der unterschiedlichen Interessengruppen beim DAX-Konzern über die künftige Ausrichtung. Eine Zerschlagung ist möglich, weitere Abspaltungen würden Werte freisetzen. Anleger können auf die Neubewertung setzen, müssen dafür aber nach wie vor viel Geduld mitbringen.