Thyssenkrupp-Chef warnt vor Verbot des Verbrennungsmotors

Thyssen Krupp-Chef Heinrich Hiesinger. Foto: Bernd Thissen/dpa

Essen(dpa) - Der Chef des Stahl- und Industriekonzerns Thyssenkrupp, Heinrich Hiesinger, hat vor einem abrupten Kurswechsel bei Verbrennungsmotoren gewarnt.

«Wir halten nichts von einem einseitigen Verbot des Verbrennungsmotors», sagte er auf einer Veranstaltung in Essen. Der Gesetzgeber müsse aber Schadstoffgrenzwerte setzen und diese überwachen. Auch sprach er sich für eine Förderung der Elektromobilität aus.

In der Debatte über die Zukunft des Diesel fordern die Grünen, ab 2030 keine neuen Verbrennungsmotoren mehr zuzulassen. Hiesinger sagte, Verbote könnten drastische Folgen für die gesamte Industrie haben. Bei einem Verbot an einem Stichtag könnten erhebliche Wertberichtigungen fällig werden. Hiesinger verwies auf die Versorgerbranche, die nach der von der Politik ausgerufenen Energiewende Milliarden auf konventionelle Kraftwerke abschreiben musste.

Die Automobilindustrie ist mittlerweile die wichtigste Einzelindustrie von Thyssenkrupp. Hier setzt der Konzern knapp 10 Milliarden Euro im Jahr um, das entspricht rund 25 Prozent des Gesamtumsatzes. Insgesamt hat Thyssenkrupp in den vergangenen drei Geschäftsjahren rund eine Milliarde Euro in den Bereich investiert.

Einen großen Stellenwert haben Lenkungs- und Dämpfungssysteme, die unabhängig vom Antriebssystem sind. So sei etwa die elektrische Lenkung Kernelement des autonomen Fahrens, sagte Karsten Kroos, Vorstand der Komponentensparte.

20 Prozent des in diesem Bereich erzielten Umsatzes seien jedoch vom Verbrennungsmotor abhängig. Für das Geschäft mit der Automobilindustrie sieht der Konzern weiter ein erhebliches Wachstumspotenzial. Das Unternehmen will sich das erste Mal seit zehn Jahren wieder auf der Mitte September beginnenden Automesse IAA präsentieren.