ThyssenKrupp-Chef sieht trotz Fusionsplänen Montanmitbestimmung garantiert

ThyssenKrupp-Chef Heinrich Hiesinger geht davon aus, dass die Arbeitnehmer in seinem Konzern trotz der geplanten Fusion der Stahlsparte mit Tata Steel ihre bisherigen Mitspracherechte behalten

ThyssenKrupp-Chef Heinrich Hiesinger geht davon aus, dass die Arbeitnehmer in seinem Konzern trotz der geplanten Fusion der Stahlsparte mit Tata Steel ihre bisherigen Mitspracherechte behalten. "Die deutschen Stahlkocher behalten ihre Montanmitbestimmung so wie sie heute ist", sagte Hiesinger der "Bild"-Zeitung (Mittwochsausgabe). Die Montanmitbestimmung regelt in der deutschen Eisen-, Stahl- und Bergbauindustrie, dass die Arbeitnehmer im Aufsichtsrat auf die gleiche Anzahl von Vertretern wie die Arbeitgeber kommen.

Hiesinger sagte zudem, es werde beim angekündigten Abbau von 2000 Arbeitsplätzen in Deutschland bleiben. "An die Obergrenze von bis zu 2000 Stellen in den nächsten Jahren halten wir uns", sagte er. Der ThyssenKrupp-Chef schränkte jedoch ein, niemand wisse, "was in fünf oder zehn Jahren ist".

ThyssenKrupp und der indische Konkurrent Tata Steel hatten im September angekündigt, ihre Stahlaktivitäten in Europa zusammenzulegen und so den zweitgrößten europäischen Stahlproduzenten nach ArcelorMittal zu schmieden. Die Fusion in einem Joint Venture soll zum Wegfall von bis zu 4000 Jobs führen, rund die Hälfte davon bei ThyssenKrupp.

Die IG Metall fürchtet weitere Stellenstreichungen zu einem späteren Zeitpunkt sowie Standortschließungen und spricht sich auch gegen die geplante Verlegung des Firmensitzes in die Niederlande aus, um die bisherige Mitbestimmung der Arbeitnehmer im Unternehmen weiterhin zu gewährleisten.