Thyssenkrupp: 6000 Stahlarbeiter demonstrieren für Erhalt ihrer Jobs

Mehrere Tausend Mitarbeiter sind am Dienstag in Duisburg vor die Hauptverwaltung von Thyssenkrupp Steel Europe gezogen, um für den Erhalt ihrer Jobs zu demonstrieren. Am Nachmittag wollte der Aufsichtsrat mit Beratungen über ein vom Stahlvorstand ausgearbeitetes Zukunftskonzept beginnen. 

Der angeschlagene Konzern will rund 6000 der weltweit etwa 160.000 Stellen streichen, davon rund 2000 in der Stahlsparte.  Nach Angaben der IG Metall waren 6000 Mitarbeiter vor das Verwaltungsgebäude von Thyssenkrupp Steel in Duisburg gezogen.

Bei den Stahlarbeitern steigt die Angst. Ein Tarifvertrag, der betriebsbedingte Kündigungen ausschließt, läuft Ende des Jahres aus. Die Arbeitnehmervertreter fordern eine Verlängerung. Zudem seien dringend mehr Investitionen erforderlich.

Der Stahlbereich sei durch fehlende Investitionen der letzten Jahre regelrecht ausgehungert, sagte der frühere IG-Metall-Vorsitzende Detlef Wetzel, der stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender bei Thyssenkrupp Steel ist. 

"Wir haben einen großen Nachholbedarf. Die Wettbewerbsfähigkeit dieser Stahlindustrie hier im Ruhrgebiet ist bedroht, wenn es keine Investitionen gibt. Und dieser Vorstand der wird diese Investitionen zu billigen müssen, weil er hat ja in den letzten Jahren viele Milliarden hier aus diesem Unternehmen rausgezogen, ohne entsprechend zu investieren. Wir richten uns auf eine lange Auseinanderatzung ein."

Das Unternehmen erklärte, angesichts der wirtschaftlichen Situation sei der finanzielle Spielraum begrenzt. Für den Stahlbereich seien aber bereits Investitionen von 570 Millionen Euro jährlich geplant. Arbeitnehmervertreter hatten eine fast dreimal so hohe Summe gefordert.

Thyssenkrupp steckt seit langem in der Krise und schreibt rote Zahlen. Auch die Stahlsparte mit ihren rund 27 000 Mitarbeitern steht unter Druck, weil die geplante Stahlfusion mit dem europäischen Zweig des indischen Stahlkonzerns Tata von der EU untersagt worden war. Nach dem Nein aus Brüssel tritt auch ein Tarifvertrag nicht in Kraft, in dem die IG Metall mit der Unternehmensleitung Beschäftigungsgarantien bis zum Jahr 2026 vereinbart hatte.