Thriller «5 Frauen» - Ein folgenschweres Wiedersehen

Fünf Freundinnen treffen sich auf einem Landgut in Südfrankreich - doch das geplante Mädelswochenende wird zu einem Schreckenserlebnis. Foto: Weltkino

Das lang ersehnte Mädelswochenende steht bevor: Fünf Freundinnen sehen sich auf einem Landgut in Südfrankreich wieder. Doch obwohl sie sich nichts anderes als Harmonie und Entspannung wünschen, tritt das Chaos ein.

Ein Seitensprung ist dabei nur das kleinste Übel. Der Thriller «5 Frauen» erzählt von den Abgründen des Menschen in Extremsituationen und vom Wesen der Freundschaft.

Französische Musik. Eidechsen, die über Steine huschen. Das schöne Landgut mitten in grünen Hügeln gelegen. Hierher hat Marie (Anna König) in dem Spielfilmdebüt von Autor Olaf Kraemer («High Times» über Uschi Obermaier) ihre vier Freundinnen eingeladen. Tolle Gespräche, gutes Essen und ganz viel Lachen - so in etwa soll das Ganze ablaufen. Und vieles ist tatsächlich auch stimmig. Chillen am Wasser, gemeinsam kochen, ein bisschen Sport.

Doch die erste Delle gibt es schon zu Beginn, als zunächst nur drei Frauen mit ihren Lebensgefährten, die später dann zum Männerwochenende weiterreisen, ankommen. Der Grund? Stephanie (Julia Dietze) hat ihren Partner auf der Fahrt aus dem Auto geworfen - und fährt zunächst nicht zum Landhaus. Er kommt dort alleine an - und stiehlt sich in das Zimmer von Nora. Die beiden schlafen miteinander. Den anderen Frauen schwindelt sie etwas vor, das Ganze kommt aber raus.

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Am Abend kommt trotzdem erst einmal Feierlaune auf - die Frauen geraten wegen Ginettes gesammelten Pilzen im Essen in einen Drogenrausch. Marie hat dann allerdings ein Flashback: Sie wurde früher vergewaltigt und versucht seither, mit dem Malen ihre Erlebnisse zu verarbeiten. Nun aber kommt es zur Katastrophe, als sie sich hinlegt und dann Geräusche hört. Sie entdeckt einen Mann auf dem Landgut und schreit los. Ihre Freundinnen kommen zu Hilfe und greifen den Mann an. Am Ende ist der Fremde tot.

Das Chaos beginnt. Was wird jetzt passieren? Sachlich und überlegt reagiert neben Nora die Klinikärztin Anna. Beide planen, die Leiche verschwinden zu lassen. Doch dann kommt ein weiterer Fremder auf das Landgut - und setzt die Frauengruppe zusätzlich unter Druck.

Regisseur Kraemer, der auch das Drehbuch zu dem Drama schrieb, schafft es mit «5 Frauen», das Innenleben seiner Figuren klar herauszustellen. Ihre Gefühlslagen stehen im Vordergrund. Zu sehen ist eine liebevolle, warme und echte Zuneigung der Frauen untereinander. Daneben steht die Extremsituation mit dem Toten, die jede der Freundinnen anders reagieren lässt und an ihre Grenzen treibt. Ruhe und Sinnlichkeit versus Hektik.

5 Frauen, Deutschland/Frankreich 2016, 98 Min., FSK ab 12, von Olaf Kraemer, mit Julia Dietze, Odine Johne, Anna König, Stefano Cassetti

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