Thomas Oppermann bei Lanz: "Die Grünen sind zu jeder Schandtat bereit"

Bis vor Kurzem noch Fraktionschef: Thomas Oppermann von der SPD. (Bild: dpa)

Für ihn ist klar, welche Farben die neue Regierung haben wird: Schwarz, gelb und grün. Insbesondere für die Partei von Cem Özdemir und Katrin Göring-Eckardt hat SPD-Politiker Thomas Oppermann nur Spott und Häme übrig. Bei Markus Lanz verriet er außerdem, unter welcher Bedingung die SPD doch noch zu einer Neuauflage der GroKo bereit wäre.

Opposition ist Mist!“ Diesen Satz hat SPD-Urgestein Franz Müntefering vor einigen Jahren gesagt und offenbar scheint dies auch die Meinung von Thomas Oppermann zu sein. Der Sozialdemokrat legte nämlich kurz nach der Bundestagswahl sein Amt als Fraktionsvorsitzender seiner Partei mit den Worten nieder: “Das Amt des Oppositionsführers ist nicht für mich maßgeschneidert.” An seiner statt übernimmt nun Andrea Nahles den Vorsitz der SPD-Fraktion im Bundestag.

Wechsel an der Fraktionsspitze, SPD im Sinkflug, Jamaika-Koalition: In der Sendung von Markus Lanz am Donnerstagabend gab es viel Gesprächsstoff, als Thomas Oppermann zu Gast war. Vor allem ein Satz des 63-Jährigen lässt aufhorchen. Auf die Frage des Moderators, ob die SPD ihre anvisierte Rolle in der Opposition doch noch mal überdenken würde, falls Angela Merkel als Bundeskanzlerin zurücktritt, sagte Oppermann: “Das wäre in der Tat eine neue Situation.”

CDU-Politiker Jens Spahn hat laut Thomas Oppermann nicht das Zeug zum Bundeskanzler. (Bild: dpa)

Nach Ausschließen hörte sich das gar nicht an! Dabei hat sich die SPD schon kurz nach der ersten Prognose am Sonntagabend darauf festgelegt, in Opposition zu gehen. Würden die Sozialdemokraten sich also doch noch für eine Regierungsbeteiligung breitschlagen lassen? Die Frage ist nur, unter welcher Führung: “Der Herr Spahn hat nicht das Zeug zum Bundeskanzler”, sagte Oppermann über Finanzstaatssekretär Jens Spahn, der in der CDU als Hoffnungsträger gilt.

Trotz aller Denkspiele: Für Oppermann ist der Weg seiner Partei in die Opposition klar. Er rechnet mit einer Jamaika-Koalition aus CDU/CSU, FDP und Grünen. In Richtung der Grünen, die bis vor Kurzem noch als möglicher Koalitionspartner in einem Bündnis aus SPD, Grünen und Linkspartei infrage gekommen wären, sagte Oppermann: “Die Grünen sind zu jeder Schandtat bereit.”

In der Sendung verriet Oppermann zudem ein brisantes Detail: Am Wahlabend habe man in der SPD-Zentrale über den Rücktritt von Martin Schulz diskutiert. “Das war eine grenzwertige Situation. Niemand hätte ihm das übel genommen”, sagte Oppermann gegenüber Lanz.

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