Theresa May sieht keinen Anlass zu vorzeitigem Rückzug

May mit ihrem japanischen Kollegen Abe

Die britische Premierministerin Theresa May hat Berichte zurückgewiesen, sie wolle nach dem EU-Austritt ihres Landes vorzeitig zurücktreten. Diese Berichte entbehrten "jeder Grundlage", sagte sie in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview mit dem Sender Sky News. Der BBC sagte May auf die Frage, ob sie die konservative Partei auch in die für 2022 geplante nächste Parlamentswahl führen wolle: "Ja. Ich bin auf lange Sicht hier."

Dies sei "entscheidend", fügte May hinzu. "Meine Regierung und ich wollen nicht nur den Brexit liefern. Wir liefern eine bessere Zukunft für das Vereinigte Königreich." Sie wolle erreichen, dass Großbritannien seinen Platz in der Welt habe, dass es weltweit Handel bereiben könne und dass die Ungleichheiten im Land beseitigt würden. Großbritannien solle in der Zukunft "stärker, internationaler aber auch gerechter" sein. Die Premierministerin hielt sich am Donnerstag in Japan auf.

May hatte im Juni zu einer vorgezogenen Parlamentswahl aufgerufen. Die Premierministerin hatte sich davon eine breite Rückendeckung erhofft, um gestärkt in die Brexit-Verhandlungen mit der EU zu gehen. Stattdessen verloren die konservativen Tories ihre absolute Mehrheit im Unterhaus. Beim Parteitag der Tories im September dürfte May angesichts dieser Niederlage einen schweren Stand haben.

Mays Regierung steht unter dem Druck, bei den Verhandlungen über den EU-Austritt möglichst viel für die Briten herauszuholen. Die EU hat jedoch klargestellt, dass sie Großbritannien keine Geschenke machen wird. In Brüssel endet am Donnerstag die dritte Verhandlungsrunde zum Brexit, der für März 2019 geplant ist. Zum Auftakt der Gespräche am Montag hatte sich die EU besorgt über die unklare Position Londons zu wesentlichen Fragen des EU-Austritts gezeigt.