Therapie: Ein Zuhause gegen die Sucht

Das "Haus im Park" bietet Alkoholkranken Obdach und Betreuung - Geburtstag gefeiert

In einer ruhigen Wohngegend an der Kreuznacher Straße liegt das "Haus im Park", eine Stätte für alkoholkranke Menschen. Seit 20 Jahren gibt es die soziotherapeutische Einrichtung. Den Geburtstag feierten vor kurzem die 28 Bewohner sowie Angehörige und Mitarbeiter mit einem Fest, an dem auch die Kölner Bürgermeisterin und Bundestagsabgeordnete der SPD, Elfi Scho-Antwerpes, teilnahm. Die Bewohner leben in 16 eingerichteten Einzelzimmern und sechs Doppelzimmern. Zusätzlich sind mehrere Gemeinschaftsräume vorhanden, etwa für Entspannungsübungen und kognitives Training. Auch ein Garten gehört dazu. Aufgenommen werden Menschen, die wegen einer jahrelangen Alkohol-Abhängigkeit und der damit verbundenen psychosozialen, körperlichen und psychiatrischen Schäden alleine nicht mehr zurechtkommen.

"Sie kommen von der Straße oder sind kurz davor", sagt Thomas Brochhagen, der die Einrichtung seit 14 Jahren leitet, "Aber sie müssen entgiftet sein, wenn wir sie aufnehmen." Eingewiesen werden sie überwiegend von Suchtambulanzen und Krankenhäusern. Der Tag im "Haus am Park" ist strukturiert, im Angebot sind verschiedene Beschäftigungsprogramme.

Die eigene Versorgung übernehmen die Bewohner jedoch selbst - soweit möglich. Fünf bis acht Jahre bleiben die Bewohner im "Haus am Park", manchmal auch länger. Im Schnitt seien sie 40 bis 45 Jahre alt und überwiegend männlich. "In jüngster Zeit kommen aber auch immer mehr Frauen zu uns", berichtet der 64-jährige Sozialpädagoge. Zurzeit würden zehn weibliche Personen im "Haus am Park" leben. Die Bewohner haben zum Teil sehr traumatische Erlebnisse hinter sich, die im Laufe der Zeit verarbeitet werden sollen. Dementsprechend bestehen Kooperationen etwa mit dem St. Antonius-Krankenhaus oder der Psychiatrischen Klinik an der Alteburger Straße. Es gebe gelegentlich Rückfälle in die Sucht, sagt Thomas Brochhagen. Wenn diese dauerhaft aufträten, würde der jeweilige Bewohner unter Umständen auch aus dem Haus gewiesen. Das komme aber selten vor. Es habe vor nicht allzu langer Zeit auch einen Suizid einer sehr labilen Bewohnerin erlebt, das aber sei der absolute Ausnahmefall. "In der Regel spielt sich bei uns das normale Leben ab", betont der Einrichtungsleiter. Es gibt eine hohe Nachfrage und normalerweise Wartelisten für die Zimmer im "Haus am Park". Angeboten werden auch eine krankenpflegerische sowie eine ambulante Betreuung. Der Träger der Einrichtung ist der Verein "BWS - Betreuen, Wohnen & Soziales", finanziert vom Landschaftsverband Rheinland (LVR). Wenn die Bewohner älter als 65 Jahre sind, kommt die Stadt dafür auf. Eine vergleichbare Einrichtung ist in Köln das AHG-Therapiezentrum und Adaptionshaus.

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