Theater: Dieter Hallervorden zieht als Diener die Strippen

Startet mit dem Schlossparktheater in die neunte Saison: Intendant Dieter Hallervorden

Als Dieter Hallervorden das verwaiste Schlosspark Theater im Herbst 2009 feierlich wiedereröffnete, haben viele dem Projekt nur eine kurze Lebensdauer prognostiziert. Und jetzt "starten wir in die neunte Saison", sagte Hallervorden mit einer Mischung aus Stolz und Trotz am Dienstag auf der Spielzeitpressekonferenz. Denn finanziell steht das Haus, das im Schnitt pro Saison 100.000 Zuschauer hat, immer noch auf schwachen Füßen. Hallervorden gleicht die Defizite aus seinem Privatvermögen aus, wie er sagte. Theater als Leidenschaft.

Aus dem Kulturetat wird die Bühne im Südwesten Berlins lediglich mit 300.000 Euro unterstützt. "Zu wenig zum Leben und zu viel zum Sterben", kommentierte Hallervorden und nannte Vergleichszahlen: So würden die Kudammbühnen mit 800.000 Euro, das Renaissance -Theater mit 2,1 Millionen Euro unterstützt. Wenn er über das Ökonomische spricht, kann er eine gewisse Enttäuschung nicht überspielen – und will es wohl auch nicht.

Er erzählt von seiner "Betteltour", davon, wie er bei den kulturpolitischen Sprechern der Abgeordnetenhausfraktionen war – die AfD ausgenommen, wie er sagte – , und denen die finanzielle Situation des Schlosspark Theaters geschildert hat. Mehr Geld gebe es nicht, das sei ihm von den Vertretern der Regierungskoalition signalisiert worden. Das ist nicht nur für ihn schwer nachvollziehbar, schließlich haben die Kudammbühnen und das Renaissance-Theater ein vergleichbares Programm und ebenso wie das Schlosspark Theater kein festes Ensemble.

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