Theater: Berliner Volksbühne: Zeit der Abschiede

Melancholie und Aufbruch: Der Wechsel an der Volksbühne wird betrauert, der am Berliner Ensemble begrüßt. Ein Rückblick.

Es ist die Saison der Abschiede. Und, damit verbunden, die der großen Gesten. Der Kniefall von Claus Peymann im Berliner Ensemble (BE). Der herunterfahrende Eiserne Vorhang am Ende von "Pfusch", der letzten Fritsch-Premiere an der Volksbühne. Das Aussperren von Chris Dercon, dem neuen Mann am Rosa-Luxemburg-Platz. Der Streit ums "Räuberrad". Und zwischen Verbalattacken und Aufbruchs-Pressekonferenzen: überbordende finale Inszenierungen wie Frank Castorfs "Faust", bunte Servusabende wie "Die Danksager" und bedeutungsschwere Titel wie "Endspiel". Ein Rückblick auf die Theaterspielzeit.

Claus Peymann hat einiges getan, um nicht vergessen zu werden. Er hat Kulturpolitiker und seinen Nachfolger beschimpft. Er hat sich beim Berliner Theatertreffen im Mai allabendlich auf einen Stuhl neben dem Büchertisch mit seinen drei Abschiedswerken gesetzt. Ob das die Verkaufszahlen nach oben getrieben hat? Auf jeden Fall hat er ein Bild geschaffen, das bleibt. So wie mit dem Kniefall am Ende des "Prinzen von Homburg", seiner letzten Inszenierung am BE. Sein theatralischer Dank ans Ensemble, an die Zuschauer. Dokumentiert vom Fernsehen – und möglicherweise auch dafür inszeniert. Theatermacher dürfen das, sie machen ja lebenslang nichts anderes.

Ein Neuanfang mit frischen Stoffen und Ideen

Auch künstlerisch hat Peymann, der 1999 vom Wiener Burgtheater kam, mit dem "Homburg" noch mal ein Ausrufezeichen gesetzt. Und damit den Nachfolger zu einer freundlichen Geste bewegt: Oliver Reese übernimmt die A...

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