Theater in Berlin: "Heimatkleid" feiert Uraufführung im Grips Theater

Katja Hiller spielt die Protagonistin Claire

Pünktlich zur Bundestagswahl setzt das Grips Theater ein Stück über den anschwellenden Fremdenhass auf den Spielplan. "Heimatkleid" von Kirsten Fuchs in der Regie von Tim Egloff erlebte am Donnerstagabend seine Uraufführung im Podewil und ließ sein junges Publikum (das Stück ist ab 16 Jahren) aufgewühlt, aber begeistert zurück.

Die Inszenierung versucht zu ergründen, wie es eigentlich aussieht, wenn Nationalismus hip wird. Mit dem Bericht über ein "Heimatkleid" für den Fashionblog ihrer Schwester stellen sich der Protagonistin Claire bald weitaus wichtigere als nur Modefragen. Sie wird umwerfend gespielt von Katja Hiller, die in dem gut eine Stunde dauernden Solo in verschiedene Rollen schlüpft, meist jedoch aus der Perspektive von Claire erzählt.

Die soll ein Jahr lang Hund und Wohnung ihrer Schwester hüten und gerät in ihrer neuen Nachbarschaft in unerwartete Konflikte. Tom Jauer, in den sich Claire verliebt und der sie bald politisch zu agitieren beginnt, und der syrische Flüchtling Al Sayed stehen an den Polen dieses Spannungsfeldes.

Rechtsnationale Milieus als Nährboden

Alles beginnt mit dem Interview beim Modelabel "Heimatkleid", das mehr politisch als ästhetisch inspiriert ist. Labels namens "Deutsches Gewand" und ähnliche Kollektionen gibt es tatsächlich - Nährboden für deren Geschäftspraxis sind das Erstarken rechtsnationaler Milieus wie der AfD oder der sogenannten Identitären Bewegung. Auf sie ist diese Theaterstudie natürlich gemünzt, mit dem Thema ist Kirsten Fuchs h...

Lesen Sie hier weiter!