Thales übernimmt SIM-Karten-Hersteller Gemalto für fast fünf Milliarden Euro

Der französische Technologiekonzern Thales will den SIM-Karten-Hersteller Gemalto übernehmen und damit einen Riesen für digitale Sicherheit schaffen. Nach einer am Sonntagabend unterzeichneten Vereinbarung lässt sich Thales den Deal rund 4,8 Milliarden Euro kosten. Leer im Bieterrennen um Gemalto ging die französische Atos-Gruppe aus. Sie hatte 4,3 Milliarden Euro geboten.

Mit der Übernahme werde Thales zu einem der "drei größten Spieler weltweit im stark wachsenden Bereich der digitalen Sicherheit", erklärte der Konzern. Der künftige Umsatz dieses Geschäftsbereichs werde auf 3,5 Milliarden Euro geschätzt. An der Pariser Börse legte der Thales-Kurs zwischenzeitlich um rund acht Prozent zu.

Für Thales arbeiten weltweit rund 64.000 Menschen. Der Konzern ist auch in den Bereichen Luftfahrt und Rüstung aktiv. Gemalto hat 15.000 Mitarbeiter. Das Unternehmen ist aber wegen des starken Konkurrenzdrucks auf dem Markt für SIM-Karten in Schwierigkeiten und musste kürzlich den Abbau von 288 Stellen in Frankreich ankündigen. Die Übernahme soll im zweiten Halbjahr 2018 vollzogen werden.