Thadeusz: Unwürdige Debatten um die Gewalt beim G20-Gipfel

Polizisten während des G20-Gipfels in Hamburg

Es roch schon verbrannt, bevor wir die Frau sahen. Zwei Männer hatten sie auf einem Mietshausbalkon mit Waschbenzin übergossen und angesteckt. Ich gehörte zu denen, die zur Rettung herbeigerufen waren, aber nur erreichen konnten, dass sie nicht mehr vor Schmerz schreien musste. Am vergangenen Wochenende wollten Individuen, dass Polizistinnen und Polizisten das Gleiche geschieht. Sie sollten in ihrer Ausrüstung verbrennen. Deswegen haben sie angezündete Benzinflaschen von Häuserdächern geworfen.

Bild Nr. 1:
Jörg Thadeusz Jenny Sieboldt

Als wir damals mit der Frau im Krankenhaus ankamen, erlebten wir Mitgefühl, das sich kaum in Worten, sondern eher in der Art ausdrückte, wie eine Krankenschwester der sterbenden Frau über die Schulter strich. Die Ärzte taten, was sie konnten. Routiniert, respektvoll, eben nicht abgebrüht. Eine solche Würde gibt es in unserer öffentlichen Diskussion nicht. Wir könnten gemeinsam durchatmen: Keiner der jungen Menschen, die für ein vergleichsweise kleines Geld unseren Rechtsstaat beschützen, ist in Hamburg gestorben. Leider unmöglich, in der Hysterie dieses Mediendeutschlands.

CSU-Besserwisser unterstellen Sozialdemokraten irgendwas Mitmacherisches. Können nicht anerkennen, dass Olaf Scholz schon als Innensenator Hamburgs umsichtig, liberal und zuverlässig agiert hat. Komplett unwürdig: die Vertreter der Linkspartei. Von denen Einzelne in Bundesministerämter geraten könnten, wenn es im September schlecht läuft. Jan van Aken, Ulla Jelpke und Katja Kipping differenzieren am Gewaltbegriff herum...

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