Thadeusz: Mehr Geld für die Menschen in den helfenden Berufen

Der Moderator Jörg Thadeusz schreibt jeden Sonnabend in der Berliner Morgenpost

Viel zu warm, schlimm stickig. Badesachenwetter, aber leider in der Arztpraxis. Die Arzthelferin am Computer würde sich bestimmt über ein buntes Getränk mit Schirmchen freuen. Die Patientin ist nervös, wegen einer bevorstehenden unangenehmen Untersuchung. Deswegen bekommt die Helferin von ihr einen unangenehmen Cocktail serviert. Den Nervensägen-Spezial mit einem Schuss Verbitterung. Termin um 12.15 Uhr? Nein, viel zu spät, da kann ich doch viel zu lang nichts essen. 7.20 Uhr? Kommt nicht infrage, viel zu früh.

Ich habe vor zwei Jahren auf ähnliche Weise Ramona genervt. Als Patient in einer Hamburger Unfallklinik. Wann denn der Schlauch aus der Wunde kommt. Warum ich noch nicht raus darf. Ich habe mich zwar jeden Morgen auf Schwester Ramona gefreut. Lief aber nicht rund. War schwach im Schwätzchen. Narkosenebel über dem Gemüt. Ich war einer von zigtausend anspruchsvollen Angeschlagenen. Die Pflegenden sollen wissen, was sie tun, wenn sie uns Nadeln und Schläuche in den Körper stecken. Aber dabei auch viel herzenswärmer sein als meinetwegen Lokführer. Die wir als Passagiere kaum treffen, aber in ihrer Lahmlegebereitschaft mehrfach kennenlernen durften. Der Fall des mörderischen Pflegers in Niedersachsen hat es wieder gezeigt: Wir vertrauen medizinischem Personal mit unserem Leben letztlich alles an, was wir haben. Und verlangen im Gegenzug, dass Pflegerinnen und Pfleger mindestens alles geben, um uns zu helfen. Ohne über ihre miese Bezahlung zu schimpfen. Hallo Wahlkampf? Lasst...

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