Thadeusz: Man sollte die Denkzettel, die man bekommt, auch lesen

Der Moderator Jörg Thadeusz schreibt jeden Sonnabend in der Berliner Morgenpost

Die Bayern haben am Mittwoch in Paris so schlimm verloren wie lange nicht in der Champions League. Der Bayern-Spieler Arjen Robben bekam hinterher immerhin das Trikot von 222-Millionen-Transfer Neymar und weiß jetzt, ob dessen Schweiß golden schimmert. Würde Robben für die CDU spielen, hätte er gesagt: Kein eigenes Tor, drei Gegentore, wir haben unsere strategischen Ziele erreicht. Als Arjen Schulz hätte er geprahlt: Wir werden ein fußballerisches Bollwerk errichten. Was passierte nach der Bayern-Klatsche tatsächlich? Am nächsten Tag war Trainer Carlo Ancelotti entlassen. Ein feiner, kluger, lustiger Mann. Aber leider erfolglos.

Die Bundeskanzlerin ist eine feine Frau, die Berlusconi und Sarkozy ausgehalten hat. In der Flüchtlingskrise traute sie sich, Christin zu sein. Nur leider hat sie am Sonntag auch die CDU geschreddert. Martin Schulz redet besser als die Kanzlerin. Europäischer als dieser vielsprachige Mann kann man kaum sein. Aber unter seiner Führung ist die SPD so ungewollt wie nie seit 1949.

Nicht seine Schuld. Aufgepumpt, als käme er direkt von der Hantelbank, macht der Oberverlierer in der "Berliner Runde" den Breiten. Später sitzt Manuela Schwesig aufreizend selbstbewusst bei Anne Will und schulmeistert andere Diskussionsteilnehmer. Als wäre ihre SPD in Mecklenburg-Vorpommern – dem Land, das sie regiert – gar nicht zur viertstärksten politischen Kraft geschrumpelt. Andrea Nahles pöbelt wie eine Rummelplatz-Bitch, die mit jedem Wahlergebnis einverstanden ist, solang...

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