Thadeusz: Bei Jamaika einfach beide Augen zudrücken

Der Moderator Jörg Thadeusz schreibt jeden Sonnabend in der Berliner Morgenpost

Jutta war böse. Auf mich, weil ich erst 19 Jahre alt war. Auf andere Frauen, die ihr rieten, sie möge sich die dunklen Haare auf den Beinen rasieren. Aber auch auf den Scheißstaat, weil sie diese Verachtung im Kommunistischen Bund Westdeutschlands verinnerlicht hatte. Warum sollte sie sich ändern, nur weil sie jetzt bei den Grünen war?

Detlev war verlogen. Auf Mitgliederversammlungen nannte er sich einen "Feministen". Wenn wir im Grünen Laden unsere unattraktiven Umweltpapierbroschüren falteten, prahlte Detlev mit seiner Potenz. Eine "Lady" habe selbst nach dem sechsten Kontakt im Schlafsack "immer noch mit dem Hintern gewackelt".

Wir waren Grüne, eine nagelneue Partei und die Rettung der Menschheit. Jedenfalls aus unserer Sicht. Zicken und Zausel in Wolljoppen. "Karl, der Käfer" und andere schlimme Lieder. Ökologisch einwandfreier Blechkuchen, vor dessen Härte sich bei Versammlungen alle fürchteten. Niemals hätten wir mit den "Schwarzen" gemeinsame Sache machen können. Ganz anderer Kulturkreis. Aber eben einer, der bei unseren Multikulti-Festen nicht gemeint war.

Eine kleine Reise zu den heutigen 19-Jährigen. Im Netz. Die Grüne Jugend Brandenburg und die Jungen Liberalen Hamburg, wer ist hier wer? Die einen wirken nicht, als wollten sie Wölfe an der Wall Street sein. Die anderen nicht wie Öko-Extremisten, die uns in klimafreundliche Mooshütten zwangsumsiedeln, wo wir dann von Flechten und Rüben leben müssen.

Bei vier Männern von der Jungen Union Braunschweig spüre ich noch alte ...

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