Thadeusz: Bei aller Kritik: Viele Autos wurden von Könnern gebaut

Dieser Wagen hier fährt gerade autonom - aber am meisten Spaß macht Autofahren, wenn man selbst am Steuer dreht. Trotz Dieselaffäre

Ich wünschte, ich könnte mit der ganzen Heiligkeit eines lebenslangen Radfahrers allen Autosündern die Beichte anbieten. Klappt aber leider nicht. Denn die vielen romantischen Autofahrlieder sind für mich geschrieben. Woher soll das schmusig-schnurrige Dahinrollen kommen, bei "Driving home for christmas" in einem selbstfahrenden Auto? Soll ich das wirklich auf einem E-Bike summen?

In meinem bisherigen Leben hatten große Gefühle oft mit kleinen Autos zu tun. Zu meinem ersten Heiratsantrag entschloss ich mich in einem silber-metallic-farbenen Opel Kadett C. So gerne ich es der damaligen Unternehmensspitze in die Verbrecherschuhe schieben würde: Der Antrag wurde ohne Zutun von Opel abgelehnt. In meiner Zeit als Sanitäter waren wir in unserer Selbstwahrnehmung unsterbliche Helden in roten Jacken.

Zu unserem guten Auftritt gehörte aber unbedingt ein knallroter Blaulicht-Möbelwagen von Mercedes-Benz. Überhaupt: Der gute Stern auf Lenkrad und Kühler. In den kommenden Tagen und Wochen wird jeder Praktikant aus irgendeiner journalistischen Investigativabteilung vor Mercedes-Chef Zetsche entrüstet ausspucken. Kommentatoren und Besserwisser-Profis werden die Empörungs­me­lo­die "Wie konntet ihr nur" tremolieren und das machen, was sie am liebsten tun: einen "shitstorm" genussvoll abreiten.

Ein Journalist kann kritisieren - aber kein Auto bauen

Dieses Behagen, das sich einstellt, wenn eine E-Klasse-Limousine so rollt, wie es eben nur ein Mercedes kann, werden wir aber niemals einem "Spiegel"...

Lesen Sie hier weiter!