Thüringer Verfassungsschutzchef befürchtet Radikalisierung von Corona-Leugnern

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Polizei schützt vor Protest im August in Berlin das Parlament (AFP/Paul ZINKEN)

Der Präsident des Thüringer Verfassungsschutzes, Stephan Kramer, befürchtet eine weitere Radikalisierung der Corona-Leugner. "Die vierte Welle, die Diskussion über Booster-Impfungen und Verschärfungen von Corona-Maßnahmen, wie die Ausweitung von 2G-Regelungen, können zu einem neuen Push für die Szene führen", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Die Gefährlichkeit der Szene habe sich immer wieder gezeigt, sagte Kramer, "besonders deutlich in Idar-Oberstein". Dort hatte ein Mann einen Tankstellenmitarbeiter offenbar deshalb erschossen, weil dieser ihn zum Einhalten der Maskenpflicht aufgefordert hatte.

Auch Kommentare in den Online-Medien zeigten eine sich weiter hochschaukelnde Radikalisierung, sagte Kramer. Es gebe zwar einen Unterschied zwischen Kommentaren im Netz und tatsächlichen Handlungen. "Doch Idar-Oberstein war nur die traurige Spitze des Eisbergs. Wir erleben im ganzen Land Pöbeleien, Beleidigungen, tätliche Angriffe und ultra-aggressives Verhalten."

Solche Vorfälle hätten mitnichten nachgelassen, sondern gehörten mittlerweile bundesweit zur Tagesordnung, sagte der Thüringer Verfassungsschutzchef. "Ich habe auch nicht den Eindruck, dass das absehbar weniger wird." Es sei eher das Gegenteil zu befürchten: "Die vierte Pandemie-Welle und auch Kommunikationsdefizite und Widersprüche der Politik etwa zu den Booster-Impfungen führen dazu, dass die Szene sich bestätigt fühlt und weiter angeheizt wird."

cne/cp

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