Teure Riester-Versicherungen: Alte Verträge laufen lassen

Der Vorteil der Riester-Rente: Es gibt staatliche Zulagen und Steuerersparnisse, die für eine gewisse Rendite sorgen. Foto: Andrea Warnecke/dpa

Mit der Riester-Rente soll die sinkende gesetzliche Rentenversicherung ausgeglichen werden. Viele finden jedoch, dass die Angebote oft zu teuer sind und nicht die erhoffte Rendite bringen. Aus Sicht der Stiftung Warentest gibt es aber Vorteile.

Berlin (dpa/tmn) - Klassische Riester-Rentenversicherungen sind oft teuer - doch wer einen Vertrag schon vor Jahren abgeschlossen hat, sollte ihn aus diesem Grund nicht einfach kündigen. Das rät die Stiftung Warentest.

Denn die alten Verträge sind im Vergleich zu heutigen Angeboten gut verzinst. Allein der Garantiezins hat sich innerhalb von fünf Jahren fast halbiert - von 1,75 Prozent im Jahr 2012 auf 0,9 Prozent für neue Verträge.

Aus Sicht der Warentester hat das Riester-Sparen einen großen Vorteil: Hier gibt es staatliche Zulagen und Steuerersparnisse, die schon alleine für eine gewisse Rendite sorgen. Seit Januar 2018 bekommen Sparer außerdem mehr Förderung: Statt wie zuvor bei 154 Euro liegt die jährliche Grundzulage jetzt bei 175 Euro. Die Kinderzulagen sind dagegen gleich geblieben: Pro Kind gibt es jährlich 300 Euro. Wurde das Kind vor dem Jahr 2008 geboren, sind es 185 Euro.

Um die volle Förderung zu bekommen, müssen Sparer inklusive der Zulagen vier Prozent ihres versicherungspflichtigen Einkommens des Vorjahres in den Vertrag einzahlen, mindestens aber 60 Euro.

Ein Beispiel: Eine Mutter mit drei kleinen Kindern, die in Teilzeit 15 000 Euro jährlich verdient, muss den Mindestbeitrag von 60 Euro selber einzahlen. Zusätzlich erhält sie aber drei Mal die 300 Euro Kinderzulage plus 175 Euro Grundzulage. Insgesamt kommen in diesem Fall also 1075 Euro aus der Förderung dazu.